Mordversuch: Prozess gegen 48-jährigen Steirer vertagt

10. November 2005, 11:58
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Beide Opfer nicht vor Gericht erschienen - Fortsetzung Anfang Dezember

Graz - Am Grazer Straflandesgericht wurde am Mittwoch die Verhandlung gegen einen 48-jährigen Steirer aus dem Bezirk Graz-Umgebung vertagt, der Ende Mai im alkoholisierten Zustand seine Ehefrau mit einem Küchenmesser bedroht und der Schwiegermutter drei Stiche in der Bauchgegend zugefügt hatte. Der Zustand der Schwiegermutter, die sich im Krankenhaus befindet wird, hatte sich verschlechtert, so dass sie nicht zur Verhandlung kommen konnte. Auch die Frau des Angeklagten erschien nicht.

Fast sechs Monate nach der Tat stehe die Schwiegermutter noch immer in ärztlicher Behandlung, sagte der Staatsanwalt. Laut medizinischem Gutachten wäre die 80-Jährige bis vor kurzem im Stande gewesen, für ihre Aussage vor Gericht zu erscheinen. Gestern hatte sich der Zustand der alten Frau allerdings derart verschlechtert, dass der Prozess wegen Mordversuchs vertagt werden musste.

Am 29. Mai hatte der Angeklagte im alkoholisierten Zustand - eine Blutuntersuchung ergab 3,3 Promille - bei einer Auseinandersetzung seine Ehefrau mit einem 34 Zentimeter langem Küchenmesser bedroht. Die Frau konnte noch aus der Küche flüchten. Der Schwiegermutter, die nach Hilferufen ihrer Tochter in die Küche gekommen war, fügte der Mann drei lebensgefährliche Stiche in der Bauchgegend zu. An die Tat konnte sich der Angeklagte nicht mehr im Detail erinnern.

Vor der Tat soll sich der Angeklagte bei seinem Schwager Mut angetrunken haben. Nachdem er die Schwiegermutter schwer verletzt hatte, kehrte der Mann zum Schwager zurück. "Ohne Schuhe", meinte dieser, der bestätigte, dass der Angeklagte stark alkoholisiert gewesen sei. Die Frage der Zurechnungsfähigkeit des Angeklagten - er ist laut Gutachten alkoholabhängig - soll in der Fortsetzung der Verhandlung am 1. Dezember geklärt werden. Dann sollen auch das Video vom Lokalaugenschein gezeigt werden und weitere Sachverständige zu Wort kommen.

Der Angeklagte will sich nicht mehr daran erinnern können, wie oft er zugestochen habe. "Da brauchen wir gar nicht diskutieren, die drei Stiche sind da", sagte Richter Heinz Fuhrmann. Auf die Frage, warum er überhaupt zugestochen habe, hatte der Angeklagte ebenfalls keine Antwort: "Das ist das, was mir nicht eingeht. Ich habe nie gedacht, dass ich ihr etwas antue." (APA)

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