ÖBB planen Tariferhöhung im Osten

16. November 2005, 08:10
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Kritik von AK - Ab 11. Dezember kürzere Intervalle, neue Schnellbahnen und das "Bratislava-Ticket"

Wien - Die ÖBB planen eine Tariferhöhung in der Ostregion. Demnach sollen ab 1. Jänner 2006 die Preise um "drei bis fünf Prozent" angehoben werden, wie ÖBB-Sprecherin Gudrun Czapka bestätigte. Über die genaue Höhe der neuen Tarife werde derzeit noch verhandelt. In der Kernzone 100 - also in Wien - sollen die Fahrscheine nicht teurer werden.

Einzelpreise unverändert

Mehr bezahlen müssten die Bahnkunden in Niederösterreich und dem Burgenland ab Jahreswechsel allerdings nur für Zeitkarten, also Jahres-, Monats- und Wochenkarten, so die Sprecherin. Die Preise Einzelfahrten für Einzelfahrscheine bleiben unverändert.

Die Arbeiterkammer (AK) lehnt die von der ÖBB angekündigte Tariferhöhung ab. Die geplante Tariferhöhung mit 1. Jänner 2006 treffe wieder einmal voll die Pendlerinnen und Pendler und sei "nicht akzeptabel", kritisiert die AK am Mittwoch in einer Aussendung. Seit dem Jahr 2000 haben die ÖBB die Fahrkartenpreise schon vier Mal und der Verkehrsverbund Ost-Region in der Folge bereits zwei Mal erhöht. Wochen- und Monatskarten für Pendler seien dadurch um bis zu 40 Prozent teurer geworden.

"Folge der ÖBB-Zerschlagung"

Jetzt drohe den Pendlern als Folge der ÖBB-Zerschlagung und der daraus resultierenden Mehrkosten wieder eine Verteuerung. Statt Bahn fahren attraktiver zu machen setze die Regierung immer wieder falsche verkehrs- und wirtschaftspolitische Signale. Auch die Regierungspläne zur Regionalisierung des Nahverkehrs nutzen weder den Bahnkunden noch den Beschäftigten. Statt immer neuer Belastungen fordert die AK ein klares Bekenntnis des Bundes zum öffentlichen Verkehr, ein Ende der Diskussion über eine Verländerung des Nahverkehrs und eine spürbare finanzielle Entlastung der Pendler.

Für einen "Mobilitätsschub" in der gesamten Ostregion Österreichs soll der kommende Fahrplanwechsel sorgen. Ab 11. Dezember wird es "Verbesserungen auf fast allen Linien" geben, betonte Wilhelmine Goldmann, Vorstandsdirektorin des ÖBB-Personenverkehrs, am Mittwoch im Rahmen einer Pressekonferenz in Wien. Als grenzüberschreitende Neuheit wurde das "Bratislava-Ticket" präsentiert.

Im Ein-Stunden-Takt nach Bratislava

Um 14 Euro (mit ÖBB-Vorteils-Card nur 9 Euro) können sich die Passagiere nicht nur die Zugverbindung nach Bratislava aussuchen, sondern dort dann auch den ganzen Tag die innerstädtischen Verkehrsmittel sowie die Verbindung am Flughafen der slowakischen Metropole nützen. Damit soll dem stetig steigenden Personenverkehr zwischen Wien und Bratislava um jährlich etwa 30 Prozent Rechnung getragen werden.

Neue Schnellbahn S8

Mit der S8 wird Wien eine neue Schnellbahn bekommen. Sie wird den Südbahnhof via Simmering, Erzherzog-Karl-Straße, Breitenleer Straße, Leopoldau und Siemensstraße mit Floridsdorf verbinden. Dadurch ergibt sich gemeinsam mit der S80 eine Verkürzung des Minutentaktes von 30 auf 15. "Intervallverdichtungen" gibt es künftig auch auf der S1 und der S2.

Zahlreiche Neuerungen gibt es auch im Wiener Umland: So wird am 11. Dezember nicht nur der zweigleisige Ausbau auf der S2 zwischen Gerasdorf und Wolkersdorf eröffnet, auch die Intervalle werden auf 15 Minuten verkürzt. Nächster Schritt auf dieser Verbindung ist die Elektrifizierung der Strecke Mistelbach-Laa a. d. Thaya, weshalb dort von 27. März bis 9. Dezember 2006 ein Schienenersatzverkehr eingerichtet wird.

Verbesserte Anbindungen für die NÖ Bezirkshauptstädte Amstetten, Krems und Gmünd, die Bahnhofseröffnung in Wiener Neustadt am 16. Dezember (Investitionskosten: 55,38 Mio. Euro) sowie die Beschleunigung der Gutensteiner Bahn runden den optimierten ÖBB-Fahrplan der Ostregion ab. Auch für Pendler, Schüler und Nachtschwärmer sollen in Zukunft mehr Züge zur Verfügung stehen. (APA)

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