AKNÖ warnt vor voreiligen Vertragsabschlüssen bei privater Vorsorge

21. November 2005, 12:48
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50 Prozent der Lebensversicherungen werden vorzeitig gekündigt - Konsumentenschützer raten zur Überprüfung der persönlichen Leistbarkeit

Wien - "Torschlusspanik" bei privater Vorsorge sei nicht angebracht: Die Arbeiterkammer Niederösterreich (AKNÖ) warnte in einer Aussendung am Mittwoch vor voreiligen Vertragsabschlüssen. "Es ist blanker Unsinn, dass so manches Versicherungsunternehmen den Konsumenten mit dem Slogan 'am 32. Dezember ist es zu spät' zu einem voreiligen Abschluss einer privaten Vorsorge drängen will", meinte AKNÖ-Finanzexperte Manfred Neubauer.

Werbesprüche wie diese, die dem Verbraucher vorgaukeln, dass er bei Nichtabschluss einer Lebensversicherung oder der staatlichen Zukunftsvorsorge das Geld auf der Straße liegen lässt, sind dem Konsumentenschützer schon lange ein Dorn im Auge. Immerhin handle es sich bei derartigen Abschlüssen um langfristige Verträge. "Auch wenn es stimmt, dass mit nächstem Jahr der Garantiezinssatz bei Lebensversicherungen sowie die staatliche Prämie bei der Zukunftsvorsorge um 0,5 Prozent sinkt, heißt es noch lange nicht, dass man jetzt sofort zur nächsten Versicherung oder Bank stürmen und seinen persönlichen Vorsorgevertrag unterschreiben muss", so Neubauer.

Leistbarkeit überprüfen

Vielmehr gelte es, zu prüfen, ob man sich die Vorsorge auf Dauer leisten könne. "Altersvorsorge macht nämlich überhaupt keinen Sinn, wenn man dabei sein Konto überziehen muss", verwies der Experte darauf, dass in Österreich mehr als 50 Prozent der Lebensversicherungen vorzeitig gekündigt oder aber beitragsfrei gestellt würden - ein Verlustgeschäft, denn bei vorzeitiger Kündigung liege der Rückkaufswert vielfach weit unter der Summe der bezahlten Prämien.

Noch schlimmer sieht es laut der Aussendung bei der staatlich geförderten Zukunftsvorsorge aus. "Bei dieser Variante bleibt das investierte Kapital bis zum vertraglich fixierten Laufzeitende dem vielleicht dringend notwendigen Zugriff verwehrt. Das heißt, eine vorzeitige Auflösung ist nicht möglich", stellte Neubauer fest.

Anstelle eines vorschnellen Vertragsabschlusses rät der Konsumentenschützer zur Erstellung eines Einkommen und Ausgaben umfassenden Haushaltsplans. (APA)

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