Koffeinhaltiges Cola hingegen erhöht das Risiko - Daten von mehr als 155.000 Frauen ausgewertet
Wien/Boston - Kaffeetrinken ist zumindest bei Frauen nicht mit einem
erhöhten Risiko für Bluthochdruck verbunden. Das zeigt eine groß
angelegte Studie unter mehr als 155.000 Frauen, die der
österreichische Mediziner Wolfgang Winkelmayer am Brigham and Womens
Hospital der Harvard University in Boston durchgeführt hat und die in
der neuen Ausgabe des "Journal of the American Medical Association"
(JAMA) erscheint. Dagegen haben die Wissenschafter einen Zusammenhang
zwischen dem Konsum von koffeinhaltigem Cola und einem erhöhten
Bluthochdruck-Risiko festgestellt.
"Kaffee und koffeinhaltige Limonaden gehören zu den weltweit am
meisten konsumierten Getränken. Jede gesundheitsschädliche Wirkung
von Koffein hätte damit enorme Auswirkungen auf die Volksgesundheit,
vor allem bei einer so schleichenden, aber extrem gefährlichen
Erkrankung wie Bluthochdruck", erklärt Winkelmayer. Auf Grund der nun erhobenen Daten aus einer
Zwölf-Jahres-Langzeitstudie über den Gesundheitsstatus von
Krankenschwestern im Alter von 26 bis 71 Jahren könne mit dem Mythos
aufgeräumt werden, dass häufiges Kaffeetrinken zu Bluthochdruck
führt.
Koffeinhaltige Limonade ist riskanter
Deutlich habe sich dagegen ein Zusammenhang zwischen dem Konsum
von koffeinhaltiger Limonade, sowohl gezuckert als auch in der
Light-Form, und einem erhöhten Risiko für Bluthochdruck gezeigt.
Jüngere Frauen (26 bis 46 Jahre), die vier oder mehr Gläser bzw.
Dosen Cola pro Tag tranken, hatte ein um 28 Prozent erhöhtes Risiko
als jene, die weniger als ein Glas zu sich nahmen. Bei Frauen
zwischen 43 und 71 Jahren war das Risiko bei einem solch hohen
Cola-Konsum sogar um 44 Prozent höher als bei Frauen gleichen Alters
mit geringem Cola-Durst.
Deutlich besser, aber noch immer höher sehen die Werte bei
Light-Cola aus: Bei der jüngeren Altersgruppe lag das Risiko jener
Frauen, die mehr als vier Gläser zu sich nahmen, um 19 Prozent höher
als bei jenen, die weniger als ein Glas tranken, in der Gruppe der
älteren Studienteilnehmern um 16 Prozent.
"Erfreulich ist, dass Frauen aus Rücksicht auf ihren Blutdruck
nicht auf ihren Morgen- oder Nachmittagskaffee verzichten müssen",
betont Winkelmayer, der seit 1998 in Harvard arbeitet.
Überraschenderweise habe sich aber Cola als hoher Risikofaktor
herausgestellt, wobei der Wissenschafter noch keine biologische
Erklärung dafür hat und deshalb auch noch keine diesbezüglichen
Empfehlungen abgeben möchte.(APA)