FACC: Scharinger und Androsch legen Streit bei

10. November 2005, 16:26
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Beide seien übereingekommen, die Errichtung mit eigener Rechtspersönlichkeit im oberösterreichischen Reichersberg zu unterstützen

Linz/Wien - Der Konflikt um den Standort für ein neues Werk des oberösterreichischen Flugzeugteile-Zulieferers FACC (Fischer Advanced Composite Components) ist beigelegt. Der Generaldirektor der Raiffeisenlandesbank (RLB) Oberösterreich, Ludwig Scharinger, und der Großindustrielle Hannes Androsch seien übereingekommen, die Errichtung der ersten Stufe eines vierten Werks mit eigener Rechtspersönlichkeit in Reichersberg (Bezirk Ried im Innkreis) zu unterstützen, hieß es in einer Presseaussendung am Mittwoch.

Man gehe davon aus, dass die bisherigen Eigentümer und Hauptaktionäre - die Fischer- und die Salinen-Gruppe - eine Eigenmittelaufstockung von je 5 Mio. Euro (zusammen daher 10 Mio. Euro) sicherstellen, teilte Androsch in der Aussendung mit. Weiters werde erwartet, dass ein geeignetes aufgeschlossenes Grundstück zur Verfügung stehe und das Land Oberösterreich die zugesagten Förderungen in Kooperation mit weiteren Förderstellen sicherstelle. Zudem rechnet Androsch damit, dass das Vorhaben aus Oberösterreich durch eine weitere Minderheitsbeteiligung entsprechend unterstützt werde.

"Es wird eine saubere Finanzierung aufgestellt, die nur zum Teil über Fremdmittel erfolgt und nicht ausschließlich", sagte er zu den Gründen, warum er im Eigentümerstreit bei FACC nun eingelenkt hat. Seine Forderung, dass nicht nur über eine Fremdfinanzierung expandiert werden darf, sieht Androsch nun "voll erfüllt", wie er gegenüber der APA erklärte.

Forderungen nun erfüllt

Noch Anfang November hatte er den FACC-Miteigentümern im Zusammenhang mit dem neuen Werk wegen der geplanten starken Fremdfinanzierung einen "unverantwortlichen Hasard" vorgeworfen. Der Verschuldungsgrad der FACC liege ohne frisches Kapital bei viel zu hohen 115 Prozent, so Androsch. Aufsichtsratspräsident bleibt der Industrielle weiter. Dass er sich aus dem Aufsichtsrat zurückgezogen und sein Mandat niedergelegt hätte, bezeichnete er heute als "Fehlinterpretation".

Die Entscheidung des Aufsichtsrats, ein neues Werk in Oberösterreich und nicht in Fohnsdorf (Bezirk Judenburg) in der Steiermark zu errichten, hatte Ende Oktober für einen Eigentümerkonflikt bei FACC gesorgt. Nach Androschs damaliger Darstellung wäre eine Ansiedlung in der Steiermark betriebswirtschaftlich günstiger gewesen.

In den neuen Standort in Oberösterreich - das nunmehr vierte Werk des Unternehmens - sollen 40 Mio. Euro investiert werden, rund 250 Arbeitsplätze sollen entstehen. Je 47,5 Prozent an der FACC halten der Gründungsaktionär, die Fischer GmbH sowie die Salinen AG, an der wiederum Hannes Androsch und die RLB OÖ maßgeblich beteiligt sind. Fünf Prozent gehören der Stephan GmbH des Vorstandsvorsitzenden Walter Stephan. (APA)

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