Böhler-Chef Raidl plant Stabilisierung auf hohem Niveau

21. November 2005, 12:48
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Böhler-Uddeholm-General Claus Raidl hat für sein Unternehmen erstmals den Ausblick für 2006 konkretisiert und will das heurige Spitzenergebnis wiederholen

Wien - Böhler-Uddeholm-General Claus Raidl hat für sein Unternehmen erstmals den Ausblick für 2006 konkretisiert. "Wir gehen von einer Stabilisierung auf hohem Niveau aus", sagte Raidl zum erwarteten Ergebnis. Vor Journalisten sprach der Edelstahl-Boss Dienstagabend von einem "ambitionierten Ziel". Für heuer rechnet er bei einem Umsatz von 2,5 (nach 1,9) Mrd. Euro mit einem kräftigen Anstieg des Betriebsgewinns (Ebit) von 192 Mio. Euro auf "280 bis 290 Millionen".

"2006 sehen wir grundsätzlich positiv", so Raidl. Auch wenn es für die Prognose eines stabilen Ergebnisses einige Unsicherheiten gebe - so etwa die Entwicklung bei den Preisen für Vormaterial (Schrott und Legierungen), bei den Energiepreisen und den Währungen. Mit positiven Impulsen für das Geschäft von Böhler-Uddeholm rechnet Raidl vor allem aus dem Energie- und Flugzeugsektor, während für den klassischen Werkzeugstahl-Bereich, in dem das Unternehmen Weltmarktführer ist, eine gewisse Abschwächung zu erwarten sei.

An der Wiener Börse notierte der Stahltitel am Mittwochvormittag mit 130 Euro um 0,8 Prozent schwächer. Seit Jahresbeginn hat die Böhler-Uddeholm-Aktie knapp 40 Prozent zugelegt.

Bereits jetzt ein Erfolg

Dass 2005 das zweite Rekordjahr in Folge sein wird, steht schon nach den ersten drei Quartalen fest. Denn das Gesamtjahr 2004 konnte bereits in diesem Zeitraum übertroffen werden. Wie berichtet fiel der operative Gewinn in den ersten neun Monaten 2005 mit 241,8 Mio. Euro um 80 Prozent höher aus. Der Umsatz wuchs um 34 Prozent auf 1,889 Mrd. Euro. Das Vorsteuerergebnis (EGT) konnte von 110,3 auf 221,1 Mio. Euro verdoppelt werden. Nach Steuern verdiente Böhler-Uddeholm bis September 159,2 Mio. Euro, um 122 Prozent mehr.

Auf die Höhe der heurigen Dividende wollte sich Raidl auch gestern nicht festlegen. Er kündigte aber an: "Wir werden 40 bis 50 Prozent des Jahresüberschusses ausschütten." Analysten gehen jedenfalls von einer deutlichen Anhebung aus. Die Finanzmarktexperten der Bank Austria etwa prognostizieren für dieses Jahr eine Dividende von 5,50 (nach 4,40) Euro.

Bei Zukäufen will Böhler-Uddeholm künftig leiser treten. "Wir werden in den nächsten Jahren bei Akquisitionen zurückgehen", so Finanzvorstand Horst Königslehner. Nach den großen Deals im Frühjahr 2004 und im Herbst 2005 - Villares Metals in Brasilien und Buderus Edelstahl in Deutschland - sollen lediglich Zukäufe in kleinerem Umfang getätigt werden.

Investieren

Im Gegensatz dazu will Böhler-Uddeholm in neue Werke und Anlagen an bestehenden großen Standorten wie Kapfenberg, Hagfors (Schweden) oder Sumare (Brasilien) in einem größeren Umfang als bisher investieren. Zum einen geht es um Modernisierungen und zum anderen um die Beseitigung von Kapazitätsengpässen. Nach 80 Mio. Euro im Vorjahr sollen heuer 140 bis 150 Mio. Euro fließen, in den Jahren 2006 und 2007 jeweils 180 bis 200 Mio. Euro, ehe man dann wieder auf das Normalniveau von rund 140 Millionen zurückkehren will.

Böhler-Uddeholm beschäftigte zuletzt weltweit knapp 13.900 Mitarbeiter, rund 1.700 sind durch Buderus dazu gekommen. Der börsenotierte Konzern, seit Herbst 2003 voll privatisiert (Kernaktionär ist die Fries-Gruppe mit rund 21 Prozent), ist in vier Geschäftssparten tätig: Langprodukte (High Performance Metals), Schweißtechnik (Welding Consumables), Bandprodukte (Precision Strip) und Schmiedetechnik (Special Forgings). (APA)

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    "2006 sehen wir grundsätzlich positiv", so Claus Raidl.

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