USA warnen: Bei Gewalt im Kosovo würde NATO einschreiten

9. November 2005, 10:19
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Warnung vor Angriffen auf Serben - B-92: NATO soll an Verhandlungen über Kosovo-Status nicht direkt teilnehmen

Washington - Die US-Regierung hat am Freitag gewarnt, dass die NATO mit Waffengewalt einschreiten werde, sollte es zu tätlichen Angriffen der Kosovo-Albaner gegen die Serben in der Provinz kommen. Die NATO werde es nicht zulassen, dass die Albaner Gewalt gegen die serbische Minderheit anwendeten, um die bevorstehenden von den UN geführten Verhandlungen über die staatsrechtliche Zukunft Kosovos zu beeinflussen, sagte Staatssekretär Nicholas Burns vom US-Außenamt in einer Kongressanhörung.

Albaner wollen Selbstständigkeit

Die Albaner, die mehr als 90 Prozent der zwei Millionen Provinz- Einwohner ausmachen, verlangen ihre Selbstständigkeit. Serbien, größerer Landesteil des Staates Serbien-Montenegro, will die Souveränität über Kosovo zurückerhalten. Die Provinz wird nach einem Bürgerkrieg seit 1999 von den UN verwaltet. Die NATO war damals eingeschritten, um ethnische Säuberung mit dem Ziel einer Vertreibung der Albaner zu stoppen.

Burns sagte: "Es wäre eine tragische Ironie, wenn, nachdem wir geholfen haben, eine Million Menschen vor ethnischer Säuberung zu retten, einige derselben Menschen und ihre Führer versuchen würden, nun ihrerseits die Serben aus Kosovo zu vertreiben." Die USA hätten diesen Kräften zu verstehen gegeben, "dass die NATO da ist und die Ordnung aufrechterhalten und Gewalt anwenden wird, wenn Leute Gewalt als politische Taktik anwenden".

Nato nicht bei Verhandlungen

Im Team des Chefverhandlers über den künftigen Status der von der UNO verwalteten südserbischen Provinz Kosovo wird es jedoch nach Angaben von B-92 keinen Vertreter der NATO geben. Unter Berufung auf gut unterrichtete Kreise berichtete der Belgrader Sender am Mittwoch weiters, dass es in Brüssel am Dienstag ein informelles Treffen von Vertretern der Kontaktgruppe und der NATO-Allianz gegeben habe, bei dem die Koordinierung der Aktivitäten im Laufe der Status-Verhandlungen besprochen worden sei.

Der erste Besuch Ahtisaaris in Belgrad wird laut jüngsten Angaben aus gut unterrichteten Kreisen rund um den 21. November erwartet.

(APA/dpa)

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