Islam-Rat: "Islam und Vandalismus trennen"

14. November 2005, 08:29
7 Postings

Dachverband muslimischer Organisationen erteilt "Fatwa" gegen gewaltätige Ausschreitungen - Brandsätze gegen Kirchen und Synagoge

Lissabon/Paris - Der Präsident des französischen Islamrates und Rektor der Pariser Moschee, Dalil Boubakeur, warnte vor einer Vermischung von Islam und Vandalismus. Es dürfe nicht dazu kommen, dass unterschiedslos alle Moslems mit den "sehr schweren Zwischenfällen" in Verbindung gebracht würden, heißt es in einer am Montag in Paris veröffentlichten Erklärung. Der Dachverband muslimischer Organisationen in Frankreich (UOIF) verurteilte unterdessen mit einer Fatwa die gewalttätigen Ausschreitungen. Gott lehne Zerstörung und Unordnung ab und auch jene, die solche Taten begingen. Es sei Moslems verboten, an Handlungen teilzunehmen, die blind öffentliche oder private Güter zerstörten und das Leben anderer gefährdeten.

In der Nacht zum Montag war laut Medienberichten auch ein Brandsatz gegen ein Kirchenportal in Lens geworfen worden. In Sete trafen zwei Molotow-Cocktails ein Pfarrhaus. Schon in der Nacht zum Samstag war ein Molotow-Cocktail gegen eine Synagoge in Garges-les-Gonesse im Großraum von Paris geworfen worden. Bei allen drei Angriffen kam es jeweils nur zu leichten Sachschäden.

Zwei Bischöfe aus dem Großraum Paris - Gerard Daucourt von Nanterre und Olivier de Berranger von Saint-Denis - nahmen auch an Krisensitzungen teil. De Berranger erklärte danach in einem Interview der katholischen Tageszeitung "La Croix", die Ausschreitungen seien "eine Gefahr für die Demokratie". Der Extremismus sei latent vorhanden und warte auf seinen Moment. Der Bischof von Saint-Denis hatte in der Vergangenheit durch seinen Einsatz unter anderem für illegal in Frankreich lebende Ausländer von sich reden gemacht. (APA)

Share if you care.