Premier kündigt 100 Millionen Euro für Sozialarbeit an

14. November 2005, 08:29
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Villepin will Stellen für Pädagogen in Problemvierteln schaffen

Paris - Der französische Premierminister Dominique de Villepin hat am Dienstag ein entschlossenes Vorgehen gegen Randalierer angekündigt. Wer sich nicht an behördliche Ausgehverbote halte, dem drohten bis zu zwei Monate Haft, sagte Villepin vor dem Parlament in Paris. Zugleich gab er die Schaffung von 5.000 Stellen für pädagogische Berater in Schulen in Problemvierteln ab Jänner 2006 bekannt. Darüber hinaus würden 100 Millionen Euro freigegeben, die an Vereinigungen fließen sollen, die in den Vierteln Sozialarbeit leisten. Die Summe war von der Regierung seines Vorgängers Jean-Pierre Raffarin auf Eis gelegt worden.

"Entschlossene Individuen"

Die Wiederherstellung der öffentlichen Ordnung werde einige Zeit dauern, sagte Villepin. Dazu seien langfristige Maßnahmen nötig. Der von der Regierung verhängte Notstand werde mit Verantwortungsbewusstsein umgesetzt. "Wir stehen entschlossenen Individuen gegenüber, strukturierten Banden", sagte der Premierminister. Frankreich sei aber "kein Land wie die anderen". Es werde niemals akzeptieren, "dass Bürger abgesondert leben, mit unterschiedlichen Chancen, mit ungleicher Zukunft". "Bieten wir den Jugendlichen ohne Hoffnung ein anderes Gesicht von Frankreich, geben wir ihnen das beste von uns selbst", schloss Villepin. (APA/AP)

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