Oasen in der Stadtwüste

14. Dezember 2005, 21:59
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Neben Parks und öffentlichen Grünanlagen tragen besonders kleinere Begrünungsflächen zur Verbesserung des Stadtklimas bei

Im städtischen Bereich tragen, neben Parks und öffentlichen Grünanlagen, besonders kleinere Begrünungsflächen in ihrer Gesamtheit wesentlich zur Verbesserung des Stadtklimas bei. Sie haben in der Regel günstige Einflüsse auf ihre nächste Umgebung, man spricht vom Oaseneffekt.

Gemeint ist das Grün in der Stadt in Form von Fassaden- und Dachbegrünungen und begrünten Innenhöfen. Fassaden- und Dachbegrünungen verbessern die klimatischen Verhältnisse eines Hauses und seiner unmittelbaren Umgebung nachhaltig.

Große schwere Efeublätter beispielsweise eignen sich hervorragend als Schallschutz. Aufgrund des reduzierten Abflusses von Regenwasser und der verstärkten Verdunstung ist die Luftfeuchtigkeit im Bereich eines solcherart bepflanzten Daches höher. Im Sommer heizt sich das Gebäude außerdem nicht so stark auf, im Winter kühlt es nicht so stark ab – die Wärme bleibt gespeichert, die Heizkosten sinken. Zudem reduzieren die Blätter den Staubgehalt der Luft und sind in der Lage, Schadstoffe zu binden.

Untersuchungen in begrünten Innenhöfen haben gezeigt, dass der negative Stadteinfluss innerhalb dieses geschlossenen Raums deutlich abgemildert ist. Messungen belegen, dass diesen Vegetationsflecken in der (Beton-)Wüste sogar einen den Parkanlagen vergleichbaren mikroklimatischen Effekt haben. Die nächtliche Abkühlung wird gefördert, in den Tagesstunden kommt es zu keiner Überhitzung. Zudem ist die Schadstoffkonzentration im Vergleich zur nahe gelegenen Straße sehr gering. Auch wenn begrünte Innenhöfe keine Fernwirkung haben und auf die bebaute Fläche beschränkt sind, leisten sie doch einen bedeutsamen Beitrag zum städtischen Klima.

Grünflächen, Naherholungsgebiete und Zielpunkte für Touristen

Auch Gärten, egal ob am Stadtrand oder auch in dicht bebauten städtischen Gebieten gelegen, sind stadtökologisch wertvolle Grünräume. Ihnen kommen wesentliche Funktionen für ihr näheres und weiteres Umfeld zu: Sie sind wichtige städtische Grünflächen, Naherholungsgebiete für die Stadtbevölkerung und Zielpunkte für Touristen. Sie zeichnen sich zudem durch ihre hohe Artenvielfalt von Flora bis Fauna sowie als Schutzzonen für Pflanzen und Tiere und als stadtklimatisch hoch wirksame Bereiche aus. Sie sind Kunstwerke und ökologische Oasen zugleich.

Die ökologische Bedeutung des Schlossparks Schönbrunn und des Augartens in Wien beispielsweise liegen einerseits in ihrer Größe, Lage an den Stadträndern und andererseits ihrer Vernetzung mit dem Umland. (max; RONDO-Spezial, 9.11.2005)

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    foto: derstandard.at/lewcowicz
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