Bei Pandemie nicht ausreichend Impfstoff zur Verfügung

10. November 2005, 14:36
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WHO warnt: Selbst wenn man 900 Millionen Dosen produzieren könnte, reiche dies bei weitem nicht

Genf - Bei einer Grippe-Pandemie wird es nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) weltweit nie genügend Impfstoff geben. "Ein solches Virus braucht drei bis vier Monate, um um die Welt zu ziehen", sagte der Leiter des WHO-Grippeprogramms, Klaus Stöhr, am Dienstag in Genf. "Selbst wenn man 900 Millionen Dosen an Impfstoff produzieren könnte, wie es bisher aussieht, dann reicht dies bei weitem nicht."

Bis zu sieben Millionen Todesopfer

Besonderen Mangel gebe es in den ärmsten Ländern. Nach Einschätzung Stöhrs würden bei einer solchen Pandemie etwa zwei bis sieben Millionen Menschen sterben. 28 Millionen müssten in Krankenhäuser gebracht werden, sie würden die Grippe aber überstehen.

Noch ist das aggressive Vogelgrippevirus H5N1, an dem bisher 63 Menschen gestorben sind, nicht von Mensch zu Mensch übertragbar. Die WHO geht aber davon aus, das es sich genetisch verändern wird. Erst dann kann ein spezifischer Impfstoff produziert werden.

Aktionsplan

In Genf tagen seit Montag mehr als 600 Vertreter Internationaler Organisationen und Regierungen, um eine Strategie zur Bekämpfung der Seuche festzulegen. Die Konferenz soll am Mittwoch mit einem Aktionsplan enden.

Der Koordinator der Vereinten Nationen für tierische und menschliche Grippeerkrankungen, David Nabarro, rief die Nationen dazu auf, ihre Überwachungssystem "schnellstens auf den neusten Stand" zu bringen. Außerdem müsse sich weltweit Gedanken gemacht werden, wie man die Produktionen von Grippemitteln weiter steigern könne. (APA/dpa)

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