Skispringen: Heiße Eisen für alle Fälle

11. November 2005, 16:30
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Die ÖSV-Adler stehen vor dem Saisonstart - Trainer Pointner ist von einer weiteren Steigerung seiner Athleten überzeugt

Innsbruck - Mit großen Erwartungen gehen Österreichs Skispringer in die neue Saison, die am 25. November mit einem Nachtspringen im finnischen Kuusamo beginnen wird. Cheftrainer Alexander Pointner ist überzeugt, dass die österreichischen Adler, die kürzlich zur "Mannschaft des Jahres" gewählt worden waren, heuer noch stärker sein werden.

Drei große Ziele nennt Pointner, der seine die zweite Saison als Cheftrainer in Angriff nimmt, für den kommenden Winter: "Wir wollen bei der Vierschanzen-Tournee wieder einen Springer unter den besten Drei im Gesamtklassement haben. Wir wollen bei der Skiflug-WM auf der heimischen Anlage am Kulm zumindest eine Medaille holen, und wir hoffen auf eine bis zwei Olympiamedaillen in Turin."

Anzüge am Limit

Um diese Ziele auch zu verwirklichen, wurde in der Vorbereitung natürlich hart gearbeitet, im Windkanal an der Anfahrtshaltung gefeilt. Auch am Materialsektor besonders bei den neuen Anzügen wurde getüftelt. "Denn die Anzüge sind maßgebend, wie in der Formel 1 die Reifen", vergleicht der nordische Direktor Toni Innauer. "Wir haben die Anzüge bis zum Letzten ausgereizt. Es wird eine Frage der Interpretation sein, welche Anzüge bei der FIS durchgehen."

Dass Andreas Widhölzl, Martin Höllwarth, Thomas Morgenstern und Wolfgang Loitzl nach dem Doppel-Weltmeistertitel mit der Mannschaft auch zum Team des Jahres gewählt wurden, sei im Training eine zusätzliche Motivation gewesen, sagte Pointner, am Dienstag bei der Saisonauftakt-Pressekonferenz in Innsbruck: "Die Latte liegt zwar jetzt sehr hoch, es ist aber eine schöne und große Herausforderung."

Ein wunderschöner Kreis

Für die Vierschanzentournee rechnet der Cheftrainer besonders mit Wolfgang Loitzl. "Er hat immer schon Konstanz gehabt und kann jetzt ganz vorne mitspringen. Er hat im Sommer schon aufgezeigt, wobei er nicht sein gesamtes Potenzial ausgeschöpft hat." Aber auch Morgenstern und Höllwarth seien heiße Kandidaten für eine Top-Platzierung. Große Erwartungen für die Skiflug-WM setzt Pointner in Andreas Widhölzl: "Er ist zu unserem Skiflieger gereift. Er hat inoffiziellen Weltrekord gesprungen und die Generalprobe gewonnen." Und bei Olympia baut der Trainer besonders auf Martin Höllwarth, der bereits drei Mal olympisches Edelmetall holte: "Bei ihm würde sich ein wunderschöner Kreis schließen."

Österreich darf, auf Grund der Nationenwertung in der ersten Weltcupperiode sieben Springer einsetzen. Pointner wird neben den vier Doppelweltmeistern noch Andreas Kofler, Manuel Fettner und Martin Koch aufbieten.

Trainiert wird derzeit in Innsbruck. "Aber wir hoffen vor dem Weltcupauftakt noch auf einige Sprünge auf Schnee. Die Kanonen in Seefeld und in der Ramsau stehen bereit, es muss nur kalt werden", sagt Pointner, der auch ein Schneetraining in Skandinavien eingeplant hat. "Aber auch dort ist es zu warm, gibt es keinen Schnee." (APA/red)

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