Restaurierung in Schönbrunn: Mutter und Sohn vom Sockel geholt

5. März 2006, 20:42
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Gartenskulptur wird einjähriger Musterrestaurierung unterzogen

Alexander und seine Mutter Olympia ziehen um: Die Skulptur aus dem Schönbrunner Schlossgarten verließ am Dienstag mit Hilfe eines Krans ihren Sockel. Das zwei Tonnen schwere Paar wurde in den Schönbrunner Bauhof transportiert und wird dort nun einer Musterrestaurierung unterzogen. Die Erkenntnisse daraus sollen den übrigen 39 Gartenskulpturen zu Gute kommen.

Die gesamte Figurengruppe des Parks, die 1772 vom Bildhauer Wilhelm Beyer geschaffen wurde, weist nach mehr als 230 Jahren erhebliche Schäden auf. Besonders das heute vom Sockel gehobene Paar ist arg lädiert - so fristete Alexander bereits seit einiger Zeit sein Dasein ohne Nase.

Schonfrist

Zehn weitere Figuren seien ähnlich stark in Mitleidenschaft gezogen, berichtete Restauratorin Susanne Beseler der APA. Einige weitere müssten innerhalb der kommenden fünf Jahre restauriert werden, und bei einem weiteren Drittel habe man noch eine Schonfrist von zehn Jahren.

Bei Alexander und Olympia weist sogar der Unterbau gravierende Schäden auf. Durch die Abnahme von Mutter und Sprössling wurde nun auch das Innere des Sockels freigelegt und kann untersucht werden. Dieses aufwendige Procedere muss aber nur bei einer weiteren Skulptur angewandt werden - der Rest wird an Ort und Stelle restauriert.

Datenbank

Knapp ein Jahr hatte bereits ein Restauratorenteam der Universität für angewandte Kunst eine Bestandsaufnahme der Gartenskulpturen durchgeführt. Bei der Bearbeitung der aus Sterzinger Marmor gefertigten Figur im Bauhof sollen nun noch detailliertere Erkenntnisse über das Material gewonnen werden. Diese werden in einer eigenen Datenbank erfasst. Im Herbst 2006 sollen Alexander und seine Mama dann wieder an ihren Stammplatz zurückkehren können. (APA)

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    foto: andy urban
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