Umweltmediziner: Roma im Kosovo tödlich giftigen Schwermetallen ausgesetzt

10. November 2005, 11:01
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Lager Zitkovac, Cesmin Lug und Kablare liegen neben Abraumhalden einer Mine

Berlin - Die "höchste jemals in menschlichen Haarproben nachgewiesene Bleibelastung" hat nach eigenen Angaben der renommierte Umweltmediziner Klaus-Dietrich Runow bei seinen Untersuchungen in UNO-Flüchtlingslagern für Roma und Aschkali im Kosovo feststellen müssen. Dies sei eines der erschütternden Ergebnisse der Analyse von 66 Haar- und Blutproben unter den seit 1999 in den Lagern untergebrachten 560 Angehörigen dieser Minderheiten, die der Arzt am Dienstag in Berlin vorstellte, berichtete die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) in einer Aussendung.

Die GfbV hatte den Ärztliche Leiter des Institutes für Functional Medicine und Umweltmedizin (Bad Emstal) mit einem Untersuchungsteam in den Kosovo entsandt, nachdem die gesundheitliche Situation der Flüchtlinge immer schlechter wurde. Vor allem Kinder zeigten deutliche Symptome von Bleivergiftung wie Konzentrationsschwäche, Krämpfe, Apathie und komatöse Zustände. Das GfbV-Kosovo-Team befürchtet, dass etliche Todesfälle in den Lagern auf Bleivergiftung zurückzuführen sind.

Die UNMIK, die "zwischenzeitliche Verwaltungsmission der Vereinten Nationen im Kosovo", ist für die drei Lager Zitkovac, Cesmin Lug und Kablare verantwortlich. Diese seien - trotz eindringlicher Warnungen auch der GfbV - ganz in der Nähe von Abraumhalden einer Mine errichtet worden. Seither werde die extreme gesundheitliche Gefahr für die Roma und ihre Kinder ignoriert. (APA)

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