Die Kamera auf die Realität halten

13. November 2005, 22:27
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Weltkritisches bei der "Normale", dem politischen Filmfestival: Gesellschafts- und wirtschaftspolitische Dokumentarfilme diesmal in Graz

Graz - Das Grazer Forum Stadtpark wird vom 10. bis zum 13. November zum Treffpunkt weltkritischer Menschen. Im Rahmen des politischen Filmfestivals "3. Normale" - eine Zusammenarbeit des Verein Normale, der Antiglobalisierungsbewegung Attac und dem Forum Stadtpark - werden insgesamt 15 gesellschafts- und wirtschaftspolitische Dokumentarfilme gezeigt. Auch Kinder und Jugendliche kommen dabei nicht zu kurz - für sie werden im Rahmen der "Jungen Normale" Workshops abgehalten.

Die Kamera auf die Realität halten

"Normal ist, was uns nicht in den Nachrichten serviert wird", so die Organisatoren. "Bewusstseinsbildung in gesellschafts- und wirtschaftspolitischen Bereichen ist wichtig", ist Koordinatorin Barbara Waschmann vom Verein "Normale" überzeugt. "Sie beeinflussen unser Leben, egal, ob sie uns bewusst sind oder nicht." Filmschaffende und Medienaktivisten halten weltweit die Kamera auf die Realität - auf das "Normale", so Waschmann.

Erstmals in Graz

Das politische Filmfestival findet zum ersten Mal in Graz - insgesamt zum dritten Mal nach Hallein und Linz - statt. Initiator ist der Verein Normale, der seit 2003 das Filmfestival in den verschiedenen Städten organisiert. "Die Kooperationspartner wechseln je nach Themenschwerpunkt und Ort", so die Initiatorin. Heuer gehören auch die Arbeiterkammer Steiermark sowie das Friedensbüro Graz dazu, die die Vorführungen inhaltlich aufarbeiten.

Im Rahmen des Festivals wendet sich die "Global Education Filmwoche 2005" auch an Schulklassen und Bildungsverantwortliche. Die "Junge Normale" vermittelt Kindern und Jugendlichen Wissen in medienpädagogischen Workshops. Koordinatorin Waschmann: "Es ist erfrischend zu sehen, wenn Kinder nach einer Doku verstehen, was an gewissen Vorgängen ungerecht und unfair ist."

Handicams und Kapital Mensch

Höhepunkte des Filmprogramms zu nennen sei schwer, sagte Waschmann. Im Film "Seeing is Believing" von Peter Wintonick und Katerina Cizek (10.11., 18.00 Uhr) werden die Möglichkeiten und Auswirkungen des Einsatzes von Handicams hinsichtlich Einhaltung von Menschenrechten gezeigt. Die Doku "Kapital Mensch" (11.11., 15.00 Uhr) von Lilian Franck und Robert Cibis beschäftigt sich mit der Frage, wie und warum Arbeitskraft verschoben wird.

Am Samstag lädt Attac zum Film-Brunch mit "Die Helfer und die Frauen" von Karin Jurschick zum Thema Verflechtungen zwischen militärischen Verbänden, politischen Organisationen und Frauenhandel bei internationalen Friedenseinsätzen wie etwa in Bosnien oder im Kosovo. Eröffnet wird die Normale am Donnerstag, zu der auch Landeshauptmann-Stellvertreter Kurt Flecker (S), Sigrid Binder (Grüne) und Franz Stephan Parteder (K) geladen sind. (APA)

  • Normale-Trailer Neoliberalismus - 30'
    videostill: normale-trailer neoliberalismus - 30'

    Normale-Trailer Neoliberalismus - 30'

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