Deutsche Börse mit Rekordzahlen

14. November 2005, 20:23
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Die Deutsche Börse hat auch ohne einen amtierenden Vorstandschef im dritten Quartal neue Rekorde bei Umsatz und Ergebnis erzielt

Frankfurt/Main - Die Deutsche Börse hat auch ohne einen amtierenden Vorstandschef im dritten Quartal neue Rekorde bei Umsatz und Ergebnis erzielt. Die Erlöse kletterten dank des lebhaften Handels von Juni bis September im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 20 Prozent auf 418 Mio. und in den ersten neun Monaten um 13 Prozent auf 1,223 Mrd. Euro. Das teilte die Deutsche Börse bereits am Montagabend in Frankfurt mit. Das operative Ergebnis liege nach neun Monaten bereits höher als im Gesamtjahr 2004, betonte Finanzvorstand Mathias Hlubek.

Für 2006 rechne er auch bei einer "Normalisierung" der Umsatzentwicklung mit einem abermals höheren Ergebnis. Der Nettogewinn lag per September bei 329 Mio. Euro (plus 56 Prozent). Im dritten Quartal lag der Zuwachs sogar bei 65 Prozent. Die Deutsche Börse hatte nach dem Rücktritt von Werner Seifert im Mai mehrere Monate lang keinen offiziellen Vorstandsvorsitzenden, sein Nachfolger Reto Francioni trat das Amt erst am 1. November an.

Aktienkurs gab nach

Der Aktienkurs der Deutschen Börse gab am Dienstagvormittag um 1,16 Prozent auf 81,29 Euro nach. Einige Analysten hatten eine Anhebung der Prognosen für 2005 erwartet. Zuletzt war der Kurs auch auf Grund anhaltender Spekulationen über Zusammenschlüsse mit anderen Börsen weiter nach oben geklettert. Im Zwischenbericht wiederholte das Unternehmen seinen Standpunkt, für solche Verbindungen sowohl national als auch international "in allen geeigneten Formaten" offen zu sein. Die Deutsche Börse ist in den Bereichen Handel, Abwicklung, Wertpapieraufbewahrung und Informationstechnologie tätig.

Am Montag waren erneut Gerüchte über einen Zusammenschluss zwischen der Vierländerbörse Euronext und der Deutschen Börse aufgekommen. Dieses Szenario ist vor allem bei Investoren beliebt, allerdings rechnen Branchenexperten mit erheblichen kartellrechtlichen Schwierigkeiten. Im Frühjahr hatten Hedge Fonds als Großaktionäre der Deutschen Börse die geplante Übernahme der London Stock Exchange (LSE) zu Fall gebracht, Vorstandschef Seifert nahm daraufhin seinen Hut. (APA)

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