Gänseschmaus und Wochenendrausch

10. November 2005, 13:19
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Fast acht Stunden Erdäpfelschälen oder zwei Fasttage verbrennen die Kalorien dieser fulminanten Mahlzeit

Wien - Rund um den 11. November watschelt so mancher nach dem traditionellen Gericht zu Ehren des Hl. Martin selbst wie eine Gans durch die Gegend. 342 Kilokalorien pro 100 Gramm, Rotkraut, Erdäpfelknödel sowie eine leckere Apfel-Rum-Füllung summieren sich auf immerhin 1.300 Kalorien pro Portion (Rezept Martinigans in der EssBar). Spätestens am nächsten Tag wäre man den fetten Vogel gerne wieder los.

Wer mit seiner Prachtfigur nicht zufrieden ist, diese nicht im Fitness-Studio in eine andere Form bringen möchte, der hat auch innerhalb der eigenen vier Wände viele Möglichkeiten, sich von den konsumierten Nährwerten zu befreien. Nach sieben Stunden und 15 Minuten Bügeln sollte die Kalorienrechnung wieder ausgeglichen sein, da man bei dieser Hausarbeit - ohne den Grundumsatz des Körpers - 91 Kalorien pro 30 Minuten verbraucht, erläuterte die Daten von Mag. Doris Fussenegger vom Österreichischen Akademischen Institut für Ernährungsmedizin.

Fasttage oder Beischlaf?

Erdäpfelschälen ist mit 84 Kalorien weniger anstrengend, aber wohl auch nicht so lustvoll wie ein heftiger Beischlaf. Doch bei einem stündlichen Verbrauch von 200 Kalorien wären ausdauernde sechseinhalb Stunden nötig und wohl nicht jedem/jeder zuzumuten. Aber wozu sich derart anstrengen, wenn es auch ganz bequem funktioniert? Zwei Fasttage auf der Fernsehcouch genügen, um die Gans post mortem noch einmal zu beseitigen.

Diese haben ohnehin wenig zu lachen: Jedes Jahr watscheln gut 250.000 Stück in ihr Verderben und landen rund um den 11. November als Martinigansl auf den rot-weiß-roten Festtagstischen. Auch die Vogelgrippe konnte Herr und Frau Österreicher nicht den Appetit verderben, allerdings sind neuerdings vermehrt heimische Gänse gefragt. (APA, red)

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    foto: stelio cotugno
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