SPÖ Kärnten: "Bühne soll verkauft oder verschrottet werden"

8. November 2005, 12:05
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Wegen Chancenlosigkeit soll "Projekt Seebühne" beendet werden - Schaunig: Neuanfang mit enormem finanzieller Aufwand und minimalen Erfolgsaussichten

Klagenfurt - Die Kärntner SPÖ hat am Dienstag neuerlich das "Aus" für die Wörtherseebühne gefordert. Parteivorsitzende Gaby Schaunig betonte die Chancenlosigkeit des Projekts. Auch ein Neuanfang hätte nur minimale Erfolgsaussichten, würde aber enormen finanziellen Aufwand erfordern. SPÖ-Kultursprecherin LAbg. Nicole Cernic rechnete vor, dass eine Ausstattung der Bühne mit "erstklassigen technischen Voraussetzungen" mindestens zehn Mio. Euro kosten würde.

Kein politischer Schnellschuss

Die Forderung nach einem Ende für die Seebühne sei kein politischer Schnellschuss, sondern entspringe einer fundierten Auseinandersetzung mit dem Thema, sagte Schaunig bei einem Pressegespräch in Klagenfurt. Ihr sei dabei bewusst, dass auch ein Ende des "Abenteuers" in der Ostbucht des Wörther Sees Kosten verursachen würde, diese seien jedoch weit geringer als bei einer Weiterführung: "Das wären etwa 2,8 Millionen an Leasingkosten und 640.000 Euro an Bundessubvention, die zurückgezahlt werden müsste."

Für Cernic wäre ein Neuanfang nur dann machbar, wenn man "perfekte technische Voraussetzungen und ein langfristiges künstlerisches Konzept" hätte. Und selbst dann, so hätten ihr zahlreiche Experten versichert, würde es zehn Jahre brauchen, bis sich die Bühne etabliere. "Das kann nur funktionieren, wenn man etwa die technische Qualität von Mörbisch oder Bregenz auch in Klagenfurt hat", sagte Cernic. Das beginne bei einer Beschallungsanlage und ende bei der Statik.

Produktionsbudget von mehr als fünf Millionen Euro notwendig

Cernic: "Und selbst wenn alle diese Voraussetzungen erfüllt, zehn Millionen investiert sind und die Bühne ständig ausverkauft ist, braucht sie immer noch Zuschüsse." Um eine ordentliche Produktion, die auch künstlerischen Wert hätte, auf die Beine zu stellen, sei ein Produktionsbudget von mehr als fünf Mio. Euro notwendig, behauptete die Abgeordnete und wies auf das Beispiel Mörbisch hin, wo das Budget bei zehn Millionen liege. "Und Mörbisch kann nur deshalb schwarze Zahlen schreiben, weil man die Zahl der Sitzplätze auf mehr als 6.000 erhöht hat." Selbst bei voller Auslastung könnten die 2.000 Plätze der Seebühne maximal 1,7 Mio. Euro an Einnahmen bringen.

"Bühne soll verkauft oder verschrottet werden"

Darüberhinaus bräuchten Festspiele auch eine Identifikationsfigur, wie sie etwa Harald Serafin darstelle. Für Klagenfurt werde sich nach den Ereignissen der vergangenen Jahre rund um die Seebühne wohl kaum jemand finden. Cernic: "Der Ruf ist leider ruiniert, die Seebühne ist im restlichen Österreich eine Lachnummer." Aus all diesen Überlegungen heraus spreche sich die SPÖ daher für eine Beendigung des Abenteuers aus. Schaunig: "Die Bühne soll verkauft oder verschrottet werden." (APA)

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