Caritas-Mitarbeiter: Zweite Katastrophe in Pakistan steht bevor

16. November 2005, 11:38
2 Postings

Wiener Katastrophenhelfer von Einsatz zurück

Wien - Vor einigen Tagen ist der Wiener Caritasmitarbeiter Thomas Preindl von der Katastrophenhilfe aus Pakistan zurück gekehrt. "Es war mein bisher schwierigster Einsatz, den ich erlebt habe. Ganze Dörfer sind verschwunden. Es übertrifft alles an menschlichem Leid, das ich bisher gesehen habe." Er warnte vor den tödlichen Folgen des Wintereinbruchs in der Erdbebenregion.

Seit sieben Jahren ist Preindl bereits für das internationale Netzwerk der Caritas unterwegs. Drei Wochen verbrachte der 38-jährige Absolvent der Wiener Universität für Bodenkultur in Pakistan. Eine Zeit lang in Islamabad, später im Krisengebiet um Balakot, das etwa 150 Kilometer nördlich der pakistanischen Hauptstadt Islamabad liegt. Vor dem Erdbeben hatte die Stadt rund 60.000 Einwohner. Heute sei Balakot ein Trümmerhaufen, so Preindl, das Chaos sei enorm, die Verteilung der Hilfsgüter gestalte sich schwierig. "Zur Zeit können keine Hilfsgüter per Lkw nach Balakot gebracht werden. Die Brücken sind alle zerstört oder einsturzgefährdet", schilderte der Helfer von der Caritas. Deshalb erfolgt die Verteilung zu Fuß oder mit Hilfe der pakistanischen Armee. Mittels Hubschrauber werden Zelte oder so genannte "Wärme-Pakete", in denen sich kleine Öfen und Decken befinden, verteilt. Rund 5.000 Zelte und 10.000 Decken wurden über dem Krisengebiet abgeworfen.

Preindl rechnete damit, dass in spätestens 14 Tagen der Winter in den Bergregionen einbrechen wird. Prognosen zufolge wird es ein harter Winter werden. "Die Helfer stehen jetzt unter enormen Zeitdruck, es wird wohl ihre Möglichkeiten übersteigen. Die Situation ist dramatisch", meinte Preindl. Auf Grund des Wintereinbruchs werden tausende Menschen in den nächsten Tagen in die Täler wandern, die Caritas baut bereits Zeltstädte für sie. (APA)

Share if you care.