Nationale Gesundheitssysteme in Bedrängnis

10. November 2005, 11:12
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Gesundheitswesen auf dem Prüfstand: Global Healthcare Report zeigt Lösungsansätze auf

Washington - Steigende Kosten, gesunkene Ressourcen sowie die zunehmende Inanspruchnahme machen den nationalen Gesundheitssystemen auf der ganzen Welt zu schaffen. Angesichts der vielerorts drohenden Unfinanzierbarkeit sind Regierungen und Gesundheitsinstitutionen heutzutage mehr denn je gefordert, Lösungen außerhalb der vordefinierten eigenen Parameter zu finden. Zu diesem Schluss kommt jedenfalls der gestern, Montag, in Washington vorgestellte Global Healthcare Report von PricewaterhouseCoopers.

"In den meisten Ländern funktionieren einige Aspekte des Gesundheitssystems, aber kein Land hat ein Allheilmittel", fasst Jim Henry, Global Leader für den Gesundheitssektor bei PricewaterhouseCoopers, das Ergebnis von Umfragen und Interviews mit 700 Führungskräften des Gesundheitssektors in 27 Ländern zusammen. Angesichts immer schneller steigender Gesundheitsausgaben müssten Regierungen und Entscheidungsträger über ihre nationalen Grenzen hinausgehen, von anderen Ländern und Sektoren lernen und schließlich auf den besten Ideen aufbauen, so der Experte.

Verdreifachung

PricewaterhouseCoopers schätzt, dass sich die globalen Gesundheitsausgaben in den nächsten 15 Jahren auf zehn Bio. Dollar verdreifachen und damit rund 21 Prozent des BIP in den USA sowie rund 16 Prozent des BIP in den anderen OECD-Ländern beanspruchen werden. Mehr als 75 Prozent der befragten Führungskräfte und Strategen im Gesundheitswesen gehen daher davon aus, dass ein vorwiegend über Abgaben finanziertes System in Zukunft nicht mehr zu halten sein wird. Die zunehmend aufgeteilte finanzielle Verantwortung zwischen privaten und öffentlichen Zahlern werde die Art, wie Gesundheitsdienstleistungen erbracht werden, nachhaltig verändern und für mehr Transparenz bei den erbrachten Leistungen des Gesundheitssystems sorgen.

"Da die Patienten mehr für ihre eigene Gesundheitsvorsorge bezahlen, verlangen sie eine bessere Information über Preis und Qualität der von ihnen in Anspruch genommenen Leistungen. Gesundheitsorganisationen werden ihre Zahlen offen legen müssen, wenn sie überleben wollen und wie die Automobil- oder Airlinebranche damit beginnen müssen, über ihre Preise, Fehlerraten und Sicherheitsnormen zu berichten", meint Henry. Die Anwendung und Integration moderner Informationstechnologien stelle dabei einen wesentlichen Bestandteil für die Entwicklung moderner Gesundheitsdienstleistungssysteme dar, so Henry abschließend. (pte)

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