Wieder eine Tauschbörse weniger: Grokster gibt auf

23. Dezember 2005, 12:15
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Vereinbarung mit Musikindustrie besiegelt das Ende der Online-Tauschbörse

Die Online-Tauschbörse Grokster wird den Vertrieb ihres P2P-Clients einstellen. Dieser Schritt sei Teil einer Vereinbarung zwischen Grokster und der Musikindustrie, teilte ein Vertreter der Musikbranche am Montag mit. Dem Vergleich vorausgegangen war ein Prozess, den die Musikindustrie gegen Grokster und den Morpheus-Betreiber Streamcast Networks wegen angeblicher Untersützung von Copyright-Verstößen angestrengt hat.

Abmachung

Im Rahmen der Abmachung müssen die Betreibern von Grokster auch einen Schadenersatz in der Höhe von 50 Millionen US-Dollar zahlen. Laut dem Hersteller soll dies aber nicht das endgültige Ende der Marke sein, Grokster soll - ähnlich wie andere ehemalige P2P-Größen - als kommerzielle Plattform zurückkehren. Die mitangeklagte Firma Streamcast Networks wollte sich im Gegensatz dazu auf keinen Vergleich einlassen und will vorerst vor Gericht weiterkämpfen.

Urteil

Erst vor vier Monaten hatte das Oberste US-Gericht geurteilt, dass Betreiber von Online-Tauschbörsen haftbar gemacht werden können, wenn ihre Nutzer gegen das Urheberrecht verstoßen. Die Musikbranche machte Grokster und andere Tauschbörsen für den anhaltenden Rückgang der CD-Umsätze verantwortlich und verklagte etwa 7000 Personen wegen des unerlaubten Kopierens von Musik aus dem Internet. (APA/Reuters/red)

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