Gewerschaft droht mit Streik gegen Jobabbau

21. November 2005, 13:48
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Viele Beschäftigte Deutschen Telekom sind laut ver.di angesichts der überraschenden Ankündigung "stocksauer"

Halle/Frankfurt - Die Gewerkschaft ver.di hat der Deutschen Telekom mit einem Streik wegen des geplanten Abbaus von 32.000 Stellen gedroht. "Wir wollen und werden uns das nicht gefallen lassen, das soll vom Tisch", sagte ver.di-Fachbereichleiter Achim Fischer mit Blick auf die Größenordnung der Stellenstreichungen am Montag in Halle.

Sollte die Konzernspitze eine starre Haltung beim Jobabbau einnehmen, schloss der Gewerkschafter einen Arbeitskampf nicht aus. ver.di plane derzeit Aktionen. Einzelheiten nannte er nicht.

Die Telekom hatte den Abbau für die nächsten drei Jahre vornehmlich bei der Festnetztochter T-Com angekündigt. "Aus unserer Sicht besteht dafür keine wirtschaftliche und keine betriebliche Notwendigkeit", betonte Fischer.

Mitarbeiter "stocksauer"

Am 12. Dezember wolle der Aufsichtsrat der Telekom die mittelfristige Personalplanung für die nächsten drei Jahre beschließen, sagte Fischer. Viele Beschäftigte seien angesichts der überraschenden Ankündigung des Personalabbaus "stocksauer".

"Ihnen wurde mit dem bestehenden Beschäftigungspakt schon massiv ins Portemonnaie gegriffen und sie haben durch Lohnverzicht ihren Beitrag dafür geleistet, dass es dem Unternehmen jetzt wieder besser geht."

Die Gewerkschaft bekräftigte zugleich ihre Befürchtungen, wonach der Osten überproportional beim Stellenabbau betroffen sein werde. In Sachsen-Anhalt, Sachsen, Thüringen und in der Region Cottbus in Brandenburg seien 1.500 der derzeit rund 7.500 Arbeitsplätze bei T-Com bedroht.

"Das ist jeder Fünfte", sagte Fischer. Zudem befürchtet die Gewerkschaft, dass rund 2.200 Arbeitsplätze der Tochter Vivento, zu der auch Call-Center gehören, im Dreiländereck Sachsen-Sachsen-Anhalt und Thüringen von Ausgliederung aus dem Telekom-Konzern und damit vom Verlust tariflicher Regelungen bedroht sind.

Proteste

Unterdessen protestierten rund 200 Beschäftigte von T-Systems gegen den erwarteten Abbau von 6.000 Stellen bei der Telekom-Dienstleistungstochter. "Wer in einer solchen Situation Menschen rausschmeißt, nur um den Profit noch weiter zu steigern, handelt nicht nur asozial, sondern setzt auch die Zukunftsfähigkeit des Konzerns aufs Spiel", sagte der Leiter des IG-Metall-Bezirks Frankfurt, Armin Schild. Die Telekom-Betriebsräte wollen am Mittwoch in Bonn über das weitere Vorgehen beraten. (APA/dpa)

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