Der Marathon-Jauch

23. Dezember 2005, 12:36
2 Postings

Gestern schweißnass aus einem Albtraum erwacht: Mir träumte, ich sei Günter Jauch, hätte heute schon fünfmal Millionenshow ...

Gestern schweißnass aus einem Albtraum erwacht: Mir träumte, ich sei Günther Jauch, hätte heute schon fünfmal Millionenshow moderiert, müsse dann weiter zu einer Film- und Fernsehpreisgala mit Thomas Gottschalk rasen, später noch eine IQ-Show bei RTL durchkalauern, um schließlich den Abend mit einer Ausgabe von Stern-TV ausklingen zu lassen.

Günther Jauch ist wohl einer der am härtesten arbeitenden Menschen auf diesem Planeten. Ein Schwerarbeiter, bildschirmfüllend. Nicht nur, dass es kaum ein Entertainment-oder Infotainmentformat gibt, für das er nicht als Starmoderator infrage käme, scheint er de facto auch kaum auf Auftrittsmöglichkeiten und die damit verbundenen Gagen zu verzichten. Am Sonntag zum Beispiel: Typisch Frau - Typisch Mann, geschlagene zweieinhalb Stunden "echte Kracher" zum Thema Geschlechterdifferenz präsentieren! Wobei Jauch, wie schon bei seiner Millionenshow-Variante, zumindest österreichische Konkurrenten locker auf die Plätze verweist. Er verkauft weder sich noch seine Saalkandidaten und Gegenüber für blöd. Er wirkt immer so, als hätte er sich ausschließlich auf die jeweilige Sendung seit Monaten vorbereitet. Er präsentiert das Leichte angemessen leicht, aber immer mit freundlicher Distanz.

Kurz: Ein Marathon-Star, wie ihn der ORF noch nie hatte. Demnächst aber vielleicht mit Sendungsunterbrechungen wie: "Ach, Schatz, ich kann jetzt nicht nach Hause kommen, weil ich kurzfristig doch noch eine Talkshow übernommen habe ..." (cp/DER STANDARD; Printausgabe, 8.11.2005)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Günther Jauch

Share if you care.