Nur ein Drittel handyfoniert im Auto immer "handlos"

11. November 2005, 15:39
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Werbekampagne soll mehr Verkehrssicherheit bringen

Wien – Zwei Hände sind zu wenig. Zumindest beim Handyfonieren während einer Autofahrt. Denn gleichzeitig Lenkrad, Mobiltelefon und Ganghebel benutzen, geht sich rechnerisch nicht aus. Die Folge: Lenker ohne Freisprecheinrichtung bremsen deutlich seltener für Fußgänger und haben größere Probleme, die Spur zu halten, sagt das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV). Mit einer neuen Werbekampagne will nun auch die Mobilkom die Nutzung von Freisprechanlagen fördern.

Das Verbot, während der Autofahrt das Handy zum Ohr zu führen ist nämlich allgemein bekannt – 99 Prozent der Befragten wussten in einer am Montag in Wien vorgestellten Studie der Mobilkom davon. Das Wissen hat aber nur bedingt Auswirkung auf den Alltag der 1865 Befragten: Nur die Hälfte der lenkenden Handybesitzer hat überhaupt eine Freisprecheinrichtung, von diesen 50 Prozent nutzen sie wiederum nach eigenen Angaben nur zwei Drittel "immer". Von allen Österreichern telefoniert also nur jeder Dritte stets handlos mit dem Handy.

Dieses Drittel wird wohl auch jenes sein, das für höhere Strafen beim Zuwiderhandeln plädiert. Derzeit drohen 25 Euro Bußgeld, wenn man von der Exekutive erwischt wird. Die über 50-Jährigen scheint das am wenigsten zu kümmern. Über die Hälfte dieser Altersgruppe ignoriert das Gesetz, erläutert Peter Bruckmüller vom Meinungsforschungsinstitut Spectra, das die Umfrage im heurigen Herbst durchgeführt hat.

"Zahlt sich nicht aus" Ob Werbekampagnen am Unwillen etwas ändern können, bleibt abzuwarten. Denn bei der Untersuchung sagten zumindest 80 Prozent der Freisprechverweigerer, auch künftig keine Vorrichtung wie Headset oder fix montierte Anlage kaufen zu wollen. Die am häufigsten verwendete Begründung: "Ich telefoniere nur selten beim Fahren. Das zahlt sich bei mir nicht aus." (moe, DER STANDARD-Printausgabe 08.11.2005)

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    foto: photodisc
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