Jede Mozartnote nur einmal

13. November 2005, 22:28
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Im ORF soll das Mozartjahr "Qualitäts- statt Quantitätsrekord" bringen - 28 Fragmente wurden extra erstmals eingespielt

Wien - "Den Overkill werden wir im Mozartjahr erfolgreich vermeiden", meinte ORF-Generaldirektorin Monika Lindner bei der Präsentation des "Mozartjahr im ORF" heute, Montag, in Wien. Übertragungen von Konzerten und Opern aus Wien und Salzburg sowie vier Dokumentationen bringt das ORF-Fernsehen, während Ö1 sich vorgenommen hat, das gesamte Werk, auch bisher nicht eingespielte Fragmente des Jubilars zu spielen - aber jedes jeweils nur ein Mal.

3sat und TW1 bringen vierundzwanzigstündige Mozart-Specials

Von der Pauseneinlage beim Neujahrskonzert bis zur Saalwette bei "Wetten das" aus Salzburg (28. Jänner) zieht sich Mozart 2006 durch das ORF-Programm. "Qualitäts- statt Quantitätsrekorde" will der ORF laut Programmdirektor Reinhard Scolik setzen. Zwei Mal gibt es 2006 vierundzwanzigstündige Mozart-Specials, allerdings nicht auf ORF 1 oder ORF 2. Am 1. Jänner beginnt 3sat mit einem von Thomas Hampson moderierten Programm, und der Spartensender TW1 bringt am 250. Geburtstag (27. Jänner) einen weiteren TV-Marathon.

"Man kann nicht davon ausgehen, dass alle Österreicher das mit atemlosen Staunen einen ganzen Tag lang sehen wollen. Es ist nicht machbar für ORF 2", erklärte Lindner die Entscheidung, das internationale Programm, das von EuroArts Music initiiert und in mehr als 25 Länder weltweit übertragen wird, auf TW1 auszustrahlen, der laut Gesetzentwurf in Zukunft als "Fernseh-Spartenprogramm im Bereich Sport" geführt werden soll. TW1 ist nach ORF-Angaben in 1,2 Millionen österreichischen Kabelhaushalten sowie in rund 430.000 Haushalten mit Digitalsatellit-Anschluss zu empfangen. Die technische Reichweite beträgt demnach 51 Prozent.

Übertragung der Höhepunkte des "weltweiten Events"

Auf ORF 2 werden nur die Höhepunkte des "weltweiten Events" (Pressemeldung) übertragen: Ein Konzert des Radio-Symphonieorchester Wien mit den Wiener Sängerknaben aus dem Stephansdom und das Festkonzert der Wiener Philharmoniker unter Riccardo Muti aus dem Großen Festspielhaus in Salzburg. Von den Salzburger Festspielen, nach dem Geburtstag im Jänner der zweite Mozart-Schwerpunkt im ORF-Fernsehen, werden die drei Da Ponte-Opern "Le nozze di Figaro", "Don Giovanni" und "Cosi fan tutte" gezeigt.

Gerade die Eröffnung des "Haus für Mozart" am 26. Juli 2006 mit "Le nozze di Figaro" unter Nikolaus Harnoncourt mit Anna Netrebko soll als Live-Übertragung an den Erfolg mit der "La Traviata" in diesem Jahr anknüpfen. Auch ein Konzert der Wiener Philharmoniker unter Daniel Harding mit Anna Netrebko, Elina Garanca und Thomas Hampson wird am 30. Juli 2006 um 11 Uhr live gebracht und kann "erfreulicher Weise in die ganze Welt exportiert werden", wie Scolik berichtete. Vier Fernsehdokumentationen begeben sich auf Mozart-Spurensuche zu Leben und Wirken des berühmten Salzburgers.

28 Fragmente wurden extra erstmals eingespielt

Um das Vorhaben von Ö1 zu realisieren, alle Werke Mozarts 2006 zu senden, mussten 28 Fragmente, die auch auf den so genannten Gesamtaufnahmen nicht vorhanden waren, extra erstmals eingespielt werden, wie RSO-Leiterin Haide Tenner erklärte. Weiters wird es in 36 speziellen Wort- und Musiksendungen eine "intensive Auseinandersetzung mit Mozart" geben, wie ORF-Hörfunkdirektor Kurt Rammerstorfer ankündigte. "Mozart wird helfen, das steigende Publikumsinteresse auch 2006 zu erhalten", gab er sich zuversichtlich.

Über das zusätzliche Budget, mit dem das Mozartjahr im ORF mitfinanziert wird, wollten Scolik und Lindner keine konkreten Angaben machen. Kooperationspartner ist in vielen Fällen (etwa bei der Kurzfilmreihe "Mozart Minute", dem Hörstationen-Projekt "Calling Mozart" in Wien sowie einer im Stil einer Hörfunksendung produzierten CD zu Mozart, die international verteilt werden soll) das Wiener Mozartjahr. (APA)

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