Angeschlagen in den Neubeginn

9. November 2005, 20:05
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Mit dem Vier-Nationen-Turnier in Turin beginnt beim österreichischen Eishockeyteam die Ära Boni - Viele Spieler sagten verletzt ab

Wien - Nach drei Jahren unter Teamchef Herbert Pöck beginnt für die österreichische Eishockey-Nationalmannschaft in dieser Woche eine neue Ära. Der Italo-Kanadier Jim Boni übernahm am Montag erstmals das Team. Mit 24 Mann erfolgt die Abreise nach Turin, wo im Palasport Olimpico von Mittwoch bis Samstag ein Vier-Nationen-Turnier als Generalprobe für Olympia im Februar steigt. Für die Spiele gegen Frankreich (Mittwoch, 17:00), Italien (Donnerstag, 20:30) und Slowenien (Samstag, 13:00) erhielt Boni allerdings Absagen einiger angeschlagener Leistungsträger.

Neben den Amerika-Legionäre Reinhard Divis, Thomas Vanek, Thomas Pöck und Bernd Brückler, die ohnehin nicht zur Diskussion standen, werden auch Teamkapitän Dieter Kalt, Matthias Trattnig, Christoph Brandner und Gerhard Unterluggauer fehlen. "Wir haben englische Wochen und wichtige Spieler spielen viel in wichtigen Situationen", hat Boni Verständnis, dass die Liga-Pause dazu benutzt wird, Verletzungen auszuheilen.

Kaum Team-Termine

Allerdings hat der Meistertrainer der Vienna Capitals nur noch einmal, im Februar, die Gelegenheit, das Team vor dem Kampf um den Wiederaufstieg bei der B-WM im April in Tallinn zu versammeln. "Das ist nicht gut, ich habe nicht den Luxus, die Mannschaft vier oder fünf Mal zu sehen", sagt er, wollte er doch die Mannschaft diesmal intensiv kennen lernen. "Aber egal, wer spielt, der muss verstehen: Es ist gut, wenn man in der Liga gut spielt. Aber es ist wichtiger auf internationalem Niveau. Wenn jeder 110 Prozent gibt, sind die Erwartungen erfüllt. Wichtig ist für mich, die Spieler zu sehen, es ist ein ganz anderes Niveau", sagte der Italo-Kanadier.

Nach einer enttäuschenden Saison mit verpasster Olympia-Qualifikation beim Turnier in Klagenfurt und dem Abstieg bei der Heim-WM in Wien und Innsbruck soll Boni neues Feuer entfachen. "Wir wollen einen neuen Weg und eine neue Richtung gehen", betonte der Capitals-Trainer.

Über die Saison unter seinem Vorgänger will Boni nicht wirklich sprechen. Auf dem Computer im Verband hat sich Boni die WM-Spiele angeschaut. "Die A-Gruppe ist nicht die B-Gruppe, aber du musst in der A-Gruppe sicher besser verteidigen. Wenn etwas nicht funktioniert, dann gehört die ganze Mannschaft dazu. Aber der Montag ist der erste Tag mit dem Team, das interessiert mich."

Boni setzt beim Wiederaufbau auch auf Mentaltrainer Chris Hamilton, mit dem er auch bei den Capitals zusammen arbeitet. Zumindest in Turin wird Ex-Teamspieler Rick Nasheim als Teamchef-Assistent fungieren. (APA)

25-Mann-Kader für Euro Challenge in Turin (9.-12. November):

  • Tor: Walter Bartholomäus (Vienna Capitals), Gert Prohaska (VSV)
  • Verteidigung: Sven Klimbacher (Innsbruck), Andre Lakos (Salzburg), Philippe Lakos (Vienna Capitals), Robert Lukas (Linz), Thomas Pfeffer (VSV), Herbert Ratz (KAC), Jeremy Rebek (Graz), Johannes Reichel (KAC), Michael Stewart (VSV),
  • Angriff: Gregor Baumgartner (Vienna Capitals), Raimund Divis (Innsbruck), Philippe-Michael Horsky (KAC), Roland Kaspitz (VSV), Thomas Koch (Lulea/SWE), Manuel Latusa (Vienna Capitals), Patrick Mössmer (Innsbruck), Marco Pewal (Salzburg), Kent Salfi (Linz), David Schuller (KAC), Oliver Setzinger (Vienna Capitals), Mark Szücs (Linz), Daniel Welser (Skelleftea/SWE)

    Programm der Österreicher:

  • Mittwoch, 17:00: Frankreich
  • Donnerstag, 20:30: Italien
  • Samstag, 13:00: Slowenien
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