Münchener Rück steigert Gewinn

21. November 2005, 13:11
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Plus von 33 Prozent trotz hoher Hurrikan-Schäden - Ergebnisziel für Gesamtjahr bekräftigt - Wirbelstürme hatten Konzern im dritten Quartal mit 1,5 Mrd. Euro belastet

München - Die weltgrößte Rückversicherung Münchener Rück hat die unerwartet hohen Hurrikan-Schäden gut verkraftet und im dritten Quartal sogar mehr Geld verdient. Der Gewinn kletterte von 386 auf 513 Mio. Euro, wie der Konzern am Montag in München mitteilte. Das Plus von 33 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum kam vor allem durch bessere Ergebnisse bei der Versicherungstochter Ergo und durch Gewinne aus Aktienverkäufen zustande. Die Beitragseinnahmen blieben mit 9,2 Mrd. Euro fast stabil.

Vorstandsmitglied und Controlling-Chef Jörg Schneider zeigte sich zuversichtlich, im Gesamtjahr 2005 das angepeilte Ergebnisziel von 12 Prozent Rendite nach Steuern zu erreichen. Dies entspräche einem Rekordgewinn von rund 2,6 Mrd. Euro. 2004 hatte die Münchener Rück 1,8 Mrd. Euro Gewinn verbucht. Als Voraussetzung für die Prognose nannte Schneider, dass im Schlussquartal nicht weitere außergewöhnliche Großschäden auftreten.

Schneider stellte eine deutlich höhere Dividende in Aussicht, nannte aber keine Größenordnung. "Wir müssen erst einmal den Gewinn erzielen, bevor wir ihn verteilen."

Belastung durch Wirbelstürme

Die Wirbelstürme im Atlantik hatten den Konzern den Angaben zufolge im dritten Quartal mit 1,5 Mrd. Euro belastet. Nach Steuern wurde das Konzernergebnis um rund 750 Mio. Euro nach unten gedrückt. Schneider sprach von einer "einzigartigen Belastung". Die Hurrikan-Saison habe Mitte Juli ungewöhnlich früh begonnen und sich zu einer nie da gewesenen Serie von Großschäden entwickelt.

Allein der Wirbelsturm "Katrina", der zu den schwersten der vergangenen 150 Jahre im Golf von Mexiko zählte, belastete die Münchener Rück mit rund 800 Mio. Euro. Weitere Schäden verursachten die Überschwemmungen im August im Alpenraum Deutschlands, Österreichs und der Schweiz. Die Schaden-Kosten-Quote sei mit 124,6 Prozent außergewöhnlich hoch ausgefallen, sagte Schneider.

Wie der Controlling-Chef weiter ausführte, liefen die Geschäfte in der Rück- und Erstversicherung in den vergangenen Monaten gut. Die Ertragskraft sei beeindruckend, sagte Schneider. Die Tochter Ergo, die gut 90 Prozent der Beiträge im Segment Erstversicherungen liefert, konnte den Gewinn fast verdoppeln.

Positiv wirkte sich auf das Quartalsergebnis auch der weitere Verkauf von Beteiligungen aus. Die Münchener Rück hatte im Jahresverlauf bereits ihre Anteile an MAN und BHW verkauft und die Beteiligungen an der Commerzbank und der Allianz auf unter 5 Prozent reduziert.

Gewinne durch Aktientausch

Im vierten Quartal erwartet die Münchener Rück erhebliche Gewinne aus dem Tausch von Aktien der HypoVereinsbank in UniCredit-Papiere. Ein Kurs von 22 Euro ergäbe einen Buchgewinn von 1 Milliarde Euro, sagte Schneider. Nach dem Umtausch werde der Konzern 6,5 bis 7 Prozent an UniCredit halten. Eine Reduzierung des Anteils sei vorstellbar.

Das Spitzenergebnis der Kapitalanlage werde im Gesamtjahr die schweren Belastungen durch Naturkatastrophen ausgleichen, sagte Schneider. Zuletzt belastete der Hurrikan "Wilma" Ende Oktober die Münchener Rück mit schätzungsweise rund 330 Mio. Euro. (APA)

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