Hickhack um Pressekonferenzen der Kärntner Regierungsmitglieder

7. November 2005, 15:42
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Kommunikationsoffensive der BZÖ-SPÖ-Koalition vor und nach der Kabinettssitzung - ÖVP-Chef und Journalisten sauer

Klagenfurt - Das Mitteilungsbedürfnis der Politiker treibt in Kärnten seltsame Blüten. Für (den morgigen) Dienstag werden nach der Regierungssitzung nicht nur wie üblich die Koalitionsspitzen LH Jörg Haider (B) und LHStv. Peter Ambrozy (S) den Journalisten Rede und Antwort stehen, die neue SPÖ-Chefin LR Gaby Schaunig und BZÖ-Obmann LHStv. Martin Strutz haben zudem schon vor der Sitzung zu Pressekonferenzen geladen. ÖVP-Chef LR Josef Martinz ließ deswegen seinen Termin platzen.

Früher: Haider und Ambrozy im Duett

Regierungssitzungen finden in Kärnten üblicherweise an jedem zweiten Dienstag statt. In den vergangenen Jahren war es Usus gewesen, dass sich die Chefs der jeweiligen Oppositionsparteien entweder am Vortag oder vor Beginn der Sitzung zu Wort meldeten, während der Landeshauptmann unmittelbar nach Sitzungsende die Medien informierte. Seit Bestehen der BZÖ-SPÖ-Koalition traten Haider und Ambrozy im Duett auf.

Jetzt ist alles anders

Doch jetzt ist alles anders. Schaunig, die demnächst Ambrozy auch in der Regierung ablösen wird, will nicht mit Haider auf die öffentliche Bühne. Warum sie aber schon jetzt allein eine Pressekonferenz abhält, ist vielen nicht klar. Ihr Kollege Strutz reagierte denn auch sofort und berief seinerseits eine solche ein. Die Polit-Journalisten sind jedenfalls stocksauer ob des Termindrucks.

"Kasperl-Koalition"

ÖVP-Chef Martinz scheint diesbezüglich ein Einsehen zu haben und ließ am Montag die Medien wissen, dass er sich an "diesem Kindertheater der Kasperl-Koalition" nicht beteiligen wolle. Deshalb stornierte er seine traditionelle Pressekonferenz am Dienstagmorgen. Martinz: "Vier Koalitionsmitglieder informieren morgen über die dünnste Tagesordnung in dieser Periode."

Strutz ließ den Medien ausrichten, dass er nicht nur zur Regierungssitzung, sondern auch zu aktuellen politischen Themen Stellung beziehen werde. Die Pressekonferenzen-Flut der Regierungsmitglieder dürfte aber, wie bereits durchgesickert ist, wohl ein einmaliger Fall sein. (APA)

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