Säbelrasseln vor Beschluss

7. November 2005, 18:36
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SPÖ: "Überholte Lehrerausbildung" - Grüne: "Sackgassengesetz" - Ministerium verweist auf Vertrauen Gehrers in Schulpartner

Das Säbelrasseln der vergangenen Tage und Wochen über das von Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (V) geplante "Schulpaket II" hat sich auch kurz vor dessen Beschlussfassung im Ministerrat Montag Nachmittag fortgesetzt. Die Oppositionskritik richtete sich erneut primär gegen die Umwandlung der Pädagogischen Akademien in Pädagogische Hochschulen (PH).

Für die SPÖ geht die ÖVP mit der "völlig überholten Lehrerausbildung" zurück in die 50-er Jahre, für die Grünen sind die PH ein "Sackgassengesetz". Die ÖVP wiederum ortet hinter der Kritik "parteipolitische und ideologische Motive". Im Bildungsministerium verweist man auf die Zustimmung von Eltern, Lehrern und Schülern zu den Maßnahmen im Schulbereich.

Alles beim Alten

SPÖ-Bildungssprecher Erwin Niederwieser kündigte an, dass die SPÖ dem Schulpaket nicht zustimmen werde. Die ÖVP ignoriere sämtliche wissenschaftliche Kommentare und belebe mit ihrem Konzept zur Lehrerausbildung die alten Lehrerbildungsanstalten der 50-er Jahre wieder. Außerdem sei die Bildungsministerin in Sachen Vorverlegung der Nachprüfungen umgefallen, "auch hier bleibt alles beim Alten", so Niederwieser.

Der Bildungssprecher der Grünen, Dieter Brosz, befürchtet, dass es für neue Pflichtschullehrer in den nächsten Jahren auf Grund stark rückläufiger Schülerzahlen kaum Beschäftigungsmöglichkeiten geben werde. Dennoch bestehe Gehrer auf einer getrennten Lehrerausbildung an PH und Universitäten. Die neue Regelung für die Nachprüfungen - der Schulgemeinschaftsausschuss (SGA) beschließt, ob diese in der letzten Ferienwoche oder am Montag und Dienstag der ersten Schulwoche stattfinden - sind für Brosz ein klassisches Beispiel für eine "Scheinreform".

Optimal ausnützen

Seitens des Bildungsministeriums weist man die Kritik zurück: "Niederwieser ignoriert die Schulpartnerschaft". In einem Schulpartnerschaftsgespräch zwischen Eltern-, Lehrer- und Schülervertretern hätten alle die Intention begrüßt, das Schuljahr optimal auszunützen. Dies werde durch den Beginn des stundenplanmäßigen Unterrichts am Mittwoch der ersten Schulwoche und die Rückverlegung der Notenkonferenz erreicht. Die Schule beginne künftig für alle Schüler am Montag der ersten Schulwoche. Außerdem sei erstmals die Möglichkeit geschaffen worden, dass bereits ab Donnerstag der letzten Ferienwoche Wiederholungsprüfungen stattfinden können. (APA)

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