Sexueller Missbrauch: Erzdiözese Wien verschärft Dienstrecht

11. November 2005, 15:28
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Sofortige Kündigung von Laien bei begründetem Verdacht - Priester sollen suspendiert werden

Wien - Mit einer Verschärfung des Dienstrechts ihrer Laien-Mitarbeiter will die Erzdiözese Wien gegen sexuellen Missbrauch in der Kirche vorgehen. Damit wird klargestellt, dass "jede Form des physischen, psychischen, sexuellen und emotionalen Missbrauchs" Grund für die sofortige Kündigung ist. Neu geschaffen wird eine vierköpfige Kommission, die Täter und Zeugen befragen und Kardinal Christoph Schönborn bei der Entscheidung über dienstrechtliche Konsequenzen beraten soll.

Priester nicht gekündigt

"Erweist sich der Verdacht nach objektiver Prüfung durch die zuständigen Instanzen als begründet, stellt dies einen Grund zur fristlosen Beendigung des Dienstverhältnisses durch den Dienstgeber dar", heißt es im neuen Dienstrecht der Erzdiözese laut "Kathpress". Bei katholischen Priestern ist eine Kündigung dagegen nicht einfach möglich - sie sollen nach Übergriffen aber umgehend suspendiert werden.

Zur Information der kirchlichen Mitarbeiter ist ein Behelf geplant, der unter anderem Informationen zur Vorgangsweise bei Verdachtsfällen und die im Vorjahr erarbeiteten Verhaltensregeln für den Umgang mit Kindern und Jugendlichen enthalten soll. (APA)

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