Zwölf Pädagogische Hochschulen für Pflichtschullehrer-Studium

7. März 2006, 17:42
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Passiert heute den Ministerrat

Wien - Mit dem "Hochschulgesetz 2005", das heute, Montag, voraussichtlich den Ministerrat passiert, sollen die 51 Pädagogischen Akademien (Pädaks) und Institute (PI) des Bundes sowie der Religionsgemeinschaften zu insgesamt zwölf Pädagogischen Hochschulen (PH) zusammengefasst werden. Die Umwandlung erfolgt mit Beginn des Schuljahrs 2007/08. Wie bisher bleiben die PH für die Aus- und Weiterbildung der Pflichtschullehrer zuständig.

Jedes Bundesland

Die bisher rund 20 Pädaks, Berufspädagogischen Akademien und PI des Bundes werden in acht Pädagogischen Hochschulen zusammengefasst - mit Ausnahme des Burgenlands in jedem Bundesland eine. Zusätzlich dazu wird die dem Landwirtschaftsministerium unterstellte Aus- und Weiterbildung von Lehrern im Agrar- und Umweltbereich in einer in Wien angesiedelten PH für Agrar und Umwelt durchgeführt.

Neben den staatlichen PH ermöglicht das Gesetz, private Hochschulen einzurichten, die vom Bildungsministerium akkreditiert werden müssen. Derzeit gibt es rund 30 Pädaks, PI sowie Religionspädagogische Akademien und Institute primär der Katholischen Kirche, aber auch von der Evangelischen Kirche sowie der islamischen und jüdischen Glaubensgemeinschaft. Die Katholische Kirche plant derzeit, ihre Einrichtungen in drei PH in Wien, Linz und Eisenstadt (letztere weiterhin getragen von einer Stiftung zwischen Kirche und Bund) zusammenzufassen. Die übrigen kirchlichen Aus- und Weiterbildungseinrichtungen werden mit den staatlichen bzw. privaten PH kooperieren.

Auch für Religionslehrer

An den Pädaks des Bundes und der Kirche werden derzeit Lehramtsstudien für Volks-, Haupt-, Sonder- und Polytechnische Schulen angeboten, an den Berufspädagogischen Akademien (BPA) vor allem Lehramtsstudien für Berufsschulen sowie den technischen und gewerblichen Fachunterricht an berufsbildenden mittleren und höheren Schulen. Die Religionspädagogischen Akademien (RPA) bilden Religionslehrer für Volks-, Haupt-, Sonder- und Polytechnische Schulen aus. Zusätzlich bieten diese Einrichtungen verschiedene Weiterbildungslehrgänge und -kurse an.

Künftig sollen die Pflichtschullehrer mit dem akademischen Abschluss Bakkalaureat (Bachelor) ihr Studium beenden, die Studienpläne müssen noch an die neue tertiäre Ausbildung angepasst werden. Die Ausbildung für Lehrer höherer Schulen (AHS, BHS) wird aber weiterhin an den Unis verbleiben.

Wie die Universitäten werden die PH Studiengebühren in der Höhe von 363,36 Euro pro Semester einheben. Bisher war die Pflichtschullehrer-Ausbildung gratis. Derzeit absolvieren rund 7.000 Personen an den Pädaks ihr Erststudium. (APA)

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