Strichcode findet Täter

14. November 2005, 13:16
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[] Strichcode

Das Genom jedes Menschen ist einmalig (von eineiigen Zwillingen abgesehen), obwohl bestimmte Abschnitte der Chromosomen einander sehr ähnlich sind. Für den genetischen Fingerabdruck verwendet man daher nur jene Abschnitte, die bei allen Menschen deutlich verschieden sind (Minisatelliten oder "tandem repeats" genannt). Die Analyse dieser Chromosomenabschnitte ergibt ein Strichmuster wie auf Verpackungen.

[] Identifikation

Ob für Vaterschaftstests, für die Identifizierung von Unfallopfern wie etwa nach dem Tsunami oder für die Überführung von Verbrechern - der genetische Fingerabdruck wird vor allem in der Gerichtsmedizin eingesetzt. Seit den 1980er-Jahren ermöglicht ein relativ simples technisches Verfahren, aus winzigsten Mengen von Körpersekreten (Blut, Haaren und Geweberesten) den genetischen Fingerabdruck zu filtern. Ein Gewebsprobenvergleich liefert den Nachweis, ob die Proben von ein und derselben Person stammen oder nicht.

[] Vernetzt

Fast alle Industrienationen betreiben zentrale Gendatenbanken, die großteils über Interpol vernetzt sind. Die österreichische DNA-Datenbank ist mit derzeit etwa 90.000 gespeicherten Profilen (70.000 Personen und 20.000 Tatortspuren) nach Großbritannien und Deutschland die drittgrößte in Europa. Laut Auskunft des Innenministeriums half die Datenbank bisher bei der Ausforschung von 2800 Tatverdächtigen, was zur Aufklärung von 1500 Straftaten führte. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 7. 11. 2005)

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