Cablecom-Chef Claude geht nach Verkauf an US-Konzern Liberty

14. November 2005, 10:14
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Hribar übernimmt vorläufig - Börsegang kurzfristig abgesagt

Der Präsident und Chef des größten Schweizer Kabelnetzbetreibers Cablecom, Bruno Claude, verlässt das Unternehmen per sofort. Der Rücktritt erfolgt nach der Übernahme von Cablecom durch den US-Konzern Liberty.

Umschauen

Claude wolle neue Herausforderungen prüfen, teilte Cablecom am Montag mit. Der Rücktritt erfolge in gegenseitigem Einverständnis. "Differenzen über die künftige Strategie zwischen Liberty und Claude gab es keine", sagte Cablecom-Sprecher Stephan Howeg auf Anfrage.

Claude habe Cablecom seit 2001 vom früheren Konkurs-Unternehmen zum Erfolg gebracht. Als Unternehmertyp "mit Leib und Seele" suche der 46-Jährige nun nach neuen Aufgaben, nachdem die Integration in Liberty und die Übergabe seiner Funktion sichergestellt sei.

Spitze

Der bisherige operative Leiter Herb Hribar übernimmt nun die Führung des Konzerns bis zur Ernennung eines neuen Konzernchefs. Die Zuständigkeiten von Rudolf Fischer als Managing Director blieben unverändert, hieß es weiter.

Der in Belgien geborene Claude war seit 2001 bei Cablecom als Konzernchef und Verwaltungsratspräsident tätig. Er leitete die Übernahme durch Liberty Global, die Ende September angekündigt wurde. Die Amerikaner zahlten demnach für 100 Prozent an Cablecom 2,826 Mrd. Franken (1,83 Mrd. Euro).

Pläne

Ursprünglich hatte Cablecom an die Börse gehen wollen. Nur einen Tag nach den Informationen zum Börsengang wurde aber der Verkauf an Liberty bekannt gegeben. Die Transaktion mit Liberty sei sicher, wogegen ein Verkauf über die Börse mit Unsicherheiten behaftet gewesen wäre, hatte es damals geheißen. (APA)

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