Schweizer Arbeitslosenrate stieg auf 3,7 Prozent

14. November 2005, 12:53
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Weniger Jugendliche arbeitslos, aber noch keine Entspannung - Rückgang der Arbeitslosigkeit ab Februar zu erwarten

Bern - Die Arbeitslosenquote in der Schweiz ist im Oktober aus saisonalen Gründen von 3,6 im Vormonat auf 3,7 Prozent gestiegen. Bereinigt um diese Effekte ging die Arbeitslosigkeit zurück. Leicht verbessert hat sich die Lage bei den Jugendlichen.

Die Jugendarbeitslosigkeit ging im Oktober stark zurück. Bei den 15- bis 24-Jährigen waren 932 Personen weniger ohne Arbeit als im Vormonat, das ist ein Rückgang von 3,1 Prozent, wie das Staatssekretariat für Wirtschaft (seco) am Montag mitteilte.

"Wir können uns vorstellen, dass die Programme wirken, Lehrstellen mit besonderen Aktionen zu besetzen", sagte Jean-Luc Nordmann, Direktor für Arbeit beim seco, der Nachrichtenagentur sda. Auch Praktikumsstellen und Motivationssemester könnten zur Abnahme beigetragen haben.

Die Lage auf dem Arbeitsmarkt ist für die Jugendlichen jedoch immer noch angespannt. Über 20 Prozent aller Arbeitslosen sind in dieser Altersgruppe vertreten.

Zudem betrifft der Rückgang der Jugendarbeitslosigkeit in erster Linie die 15- bis 19-Jährigen (-9,3 Prozent), wogegen sie bei den 20- bis 24-Jährigen fast unverändert blieb (-0,3 Prozent).

144.066 Arbeitslose

Insgesamt waren Ende Oktober 144.066 Arbeitslose eingeschrieben, um 1.338 mehr als im September. Die Quote erreichte mit 3,7 Prozent den höchsten Stand seit vergangenem Mai. Die Zahl der Stellensuchenden stieg um 1.646 auf 212.534 Personen. Offene Stellen wurden 8.874 gemeldet, 77 weniger als im Vormonat.

Die Zahl der Personen, die ausgesteuert wurden, betrug im August 3.301. Davon waren Ende Oktober noch 31 Prozent bei einem Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum gemeldet.

Die Zunahme der Arbeitslosigkeit sei "geringer ausgefallen, als wir auf Grund der Vorjahre angenommen haben", sagte Nordmann. Zum Tragen kamen saisonale Effekte: So stieg die Arbeitslosenquote namentlich in den Tourismus-Kantonen Graubünden, Tessin und Wallis.

Bei den Branchen stachen der Bausektor und das Gastgewerbe hervor, die stark den saisonalen Einflüssen ausgesetzt sind. Saisonbereinigt sank die Arbeitslosigkeit um 1.377 Personen und erreichte eine Quote von ebenfalls 3,7 Prozent.

Zunahme erwartet

Die Arbeitslosigkeit wird laut Nordmann in den nächsten Monaten weiter zunehmen. Für das laufende Jahr rechnet das seco mit einer Arbeitslosenquote von 3,8 Prozent.

Erst ab Februar 2006 geht er von einer saisonal bedingten Abnahme aus. "Später können wir dann hoffentlich auch mit einer konjunkturunterstützen Abnahme rechnen", sagte er. Für 2006 geht das seco von einer Arbeitslosenquote von 3,6 Prozent aus.

Eventuell könne die Quote noch nach unten korrigiert werden, so wie sich die Konjunktur derzeit entwickle. "Aber dieses zarte Pflänzchen wollen wir jetzt zuerst wachsen lassen", sagte Nordmann. (APA)

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