Der Herbstmeister und die Statistik

16. November 2005, 11:40
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Salzburg nach "Halbzeit-Führung" noch nie Meister - Rapid gelang mit Herbsttitel, Winter­krone und Ligaschale der Durchmarsch

Wien - Der inoffizielle Titel eines Fußball-Herbstmeisters in der T-Mobile-Bundesliga geht zum insgesamt dritten Mal nach Salzburg. Was 1991/92 und 1992/93 dem SV gelang, das schaffte der heuer in Red Bull umbenannte und umstrukturierte Verein nach schwachem Start dank einer tollen Aufholjagd. Allerding wird erst nach 36 Runden abgerechnet, der Meister gekürt. Übrigens haben die Mozartstädter bisher den Titel ohne Mittel auch noch nie über die volle Distanz gebracht.

Zwei Mal von der Austria abgefangen

Anfang der 90er Jahre musste jeweils Austria Wien der Vortritt gelassen werden, die zwei Saisonen darauf gelang aber mit jeweils einem Zähler Vorsprung die perfekte Revanche. Dass die Halbzeitführung, diesmal mit plus drei Punkten auf Austria, im dritten Anlauf ins Ziel gebracht werden könnte, dafür spricht die Bilanz. Denn in den bisherigen 30 Bundesliga-Saisonen war der "Halbzeit-Meister" insgesamt 20 Mal mit dem späteren Champion identisch.

Zuletzt gelang dies Rapid in der vorigen Saison, als en passant zum der Herbsttitel auch die Winterkrone, mit der der Tabellenprimus ins Neue Jahr rutscht, mitgenommen wurde. Nach 18 Runden war man zwei Punkte vor Austria und vor dem Jahreswechsel einen Zähler vor dem Lokalrivalen gelegen. Ein Durchmarsch vom Herbst- zum Meistertitel gelang mit sieben Mal bisher am öftesten den Veilchen aus Wien.

Austria mit größter Standfestigkeit

Standfestigkeit bewiesen in dieser Beziehung nur noch der FC Tirol (sechs Mal), Rapid (fünf), und Sturm Graz (zwei). Nur in zehn Fällen brachte der Herbstmeister seinen Vorsprung nichts ins Ziel. Auch in dieser Reihung sind die Violetten gemeinsam mit Rapid Spitze. Das Duo wurde im Frühjahr je drei Mal noch abgefangen. So erging es wie erwähnt auch SV Salzburg (zwei Mal) sowie Sturm Graz und FC Tirol (je ein Mal).

Bemerkenswert ist auch, das in bisher sechs Saisonen der Meister nur auf Grund der besseren Tordifferenz feststand. Und zwar zu Gunsten von Austria (1984, 92, 93), Rapid (83, 87) und Salzburg (95). Den bisher größten Vorsprung zur Halbzeit wies Tirol 2001 mit zwölf Punkten gegenüber Sturm auf. Mit dem höchsten Guthaben nach einer kompletten Saison ging bisher Sturm (1997/98) mit 19 (Drei-Punkte-Regelung) vor Rapid ins Ziel.

Große Vorsprünge

Der Vorsprung der Austria in den Saisonen 1977/78 und 78/79 (jeweils 14 Zähler) war aber noch mehr wert. Denn umgerechnet auf drei Punkte für jeden Sieg hätte er 21 Zähler auf Rapid und ein Jahr später sogar 24 auf den Sportclub betragen. Zuletzt entschied zwischen GAK (2004) und Austria sowie zwischen Rapid (2005) und dem GAK lediglich ein Pünktchen über den Meistertitel. (APA)

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    Für das halbe Teller kann sich Salzburg noch nichts kaufen.

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