Nach Bluttat in Bad Vigaun: Mann in Wien festgenommen

8. November 2005, 13:32
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Soll Bekannten bei Messerstecherei umgebracht haben - Angeblicher Zeuge ebenfalls unter Verdacht

Salzburg - Die tödliche Messerstecherei in der Nacht auf den vergangenen Freitag in der Tennengauer Gemeinde Bad Vigaun (Bezirk Hallein) in Salzburg, bei der ein 44-jähriger Bosnier getötet worden war, ist geklärt. Die Polizei konnte am Sonntagnachmittag in Wien-Döbling den flüchtigen tatverdächtigen 28-jährigen Bosnier festnehmen. Der Mann gab zu, mit dem Messer in Notwehr zugestochen zu haben. Unklar ist allerdings noch die Rolle eines 53-jährigen Bosniers, der nur Zeuge der Tat gewesen sein will.

Nach mehr als zwei Tagen auf der Flucht stellte sich der Tatverdächtige am Sonntag, schilderte Josef Holzberger, der stellvertretende Leiter des Landeskriminalamtes Salzburg, bei einem Pressegespräch. Allerdings gab es bereits seit Samstagvormittag Kontakt zu dem Flüchtenden, weil dieser bei seiner von ihm getrennt lebenden Frau angerufen hatte. Es schaltete sich die Fahndungsgruppe der Polizei ein, der es schließlich gelang, selbst mit dem Mann zu sprechen.

Nach insgesamt 20 Telefonaten gelang es den Beamten am Sonntagnachmittag, den 28-jährigen zum Aufgeben zu überreden. Er sagte, dass er sich in einem Telefoncenter aufhalte, wo er sich gegen 17.00 Uhr von der Polizei widerstandslos festnehmen ließ.

Handgemenge

Der Bosnier, der seit wenigen Tagen im Gasthaus "Josefsstuben" im Ortsteil St. Margarethen gearbeitet hatte, sagte, dass er mit den beiden Landsmännern noch bis 3.00 Uhr im Lokal gesessen sei. Beim Kassieren habe ihm dann das spätere Opfer vorgeworfen, ein Betrüger zu sein, schilderte Holzberger. Es sei zu einem Handgemenge gekommen. Dabei sei er gewürgt worden, am Boden liegend habe er dann mit einem Messer zugestochen. Wie oft, könne er nicht sagen.

Bemerkenswert ist aber, dass das Opfer laut Obduktion auch mit einer anderen Waffe verletzt worden sei, so Einsatzleiter Andreas Seifter. Die Version des 53-Jährigen angeblichen Zeugen, der die Tat nur beobachtet haben will, ist für die Polizei deshalb nicht unbedingt stimmig. "Der Mann bleibt unter Verdacht", so Seifter. Auch die Tatsache, dass der 53-jährige bei seiner Festnahme kurz nach der Tat völlig blutverschmierte Kleidung an hatte, passe nicht unbedingt zu seinen Aussagen.

Der 28-Jährige war mit dem Auto des Opfers nach Wien gefahren. Die blutverschmierte Kleidung und das Messer hatte er in einer Tasche verstaut, die er in ein Schließfach am Westbahnhof einsperrte. Bis Sonntag habe nur eine Stunde geschlafen, sagte er den Beamten. Deshalb durfte er sich am Montag auch vor der ausführlichen Vernehmung erst einmal ausruhen. (APA)

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