Salzburger vergewaltigte Siebenjährige: Prozess vertagt

8. November 2005, 13:56
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Wegen Einholung eines Gutachtens - Mann war bereits einschlägig vorbestraft

Salzburg - Am Salzburger Landesgericht musste sich am Montag ein 34-jähriger Mann verantworten, der heuer im Februar in der Stadt Salzburg ein erst sieben Jahre altes Mädchen vergewaltigt haben soll, das auf dem Weg von der Schule nach Hause war. Der Schwurgerichtsprozess wurde am Nachmittag zur Einholung eines Gutachtens auf unbestimmte Zeit vertagt. Ein Sachverständiger soll abklären, ob das Mädchen durch die mutmaßliche Vergewaltigung schwere seelische oder körperliche Folgen davongetragen hat, teilte der Mediensprecher des Salzburger Landesgerichtes, Vizepräsident Hans Rathgeb, mit.

Der Angeklagte ist wegen Sexualdelikten bereits vorbestraft. Im Vorverfahren hatte er sich teilweise schuldig bekannt. Er sei zur Tatzeit stark betrunken gewesen, so lautete seine Rechtfertigung. Da die Staatsanwaltschaft in ihrer Anklageschrift von einer Vergewaltigung mit schweren Folgen ausgeht, betrage der Strafrahmen fünf bis fünfzehn Jahre Haft, erläuterte Rathgeb. Die nächste Verhandlung werde im kommenden Jahr stattfinden.

Das siebenjährige Kind war am Tag vor den Semesterferien mit dem Zeugnis in der Schultasche auf dem Weg nach Hause. Der 34-jährige Angeklagte folgte dem Kind, zerrte es in ein Waldstück und missbrauchte es dort. Wenn es nicht zu schreien aufhöre, werde er es töten, soll er laut Anklage zu dem Mädchen gesagt haben.

Mädchen schwer verletzt

Nach der Tat flüchtete er mit einem O-Bus stadteinwärts. Der Vater des Kindes alarmierte wenig später die Polizei. Dass der mutmaßliche Täter so schnell gefasst werden konnte, verdankten die Kriminalisten dem tapferen Mädchen, das trotz des schrecklichen Erlebnisses noch eine genaue Personenbeschreibung abgab, ehe es mit schweren Verletzungen ins Spital gebracht wurde.

Zur Tatzeit litt der Angeklagte laut Gutachten an einer Persönlichkeitsstörung, er war aber zurechnungsfähig.

Für die Verhandlung hatten sich alle Strafrichter und auch alle Staatsanwälte am Landesgericht Salzburg für befangen erklärt, weil sie den Vater des Mädchens kennen: Er ist Staatsanwalt in Salzburg. Der Prozess wird deshalb von einem Staatsanwalt aus Linz und einem Salzburger Zivilrichter geführt. Dem Angeklagten drohen bis zu zehn Jahre Gefängnis. Die Öffentlichkeit wurde von der Verhandlung ausgeschlossen. (APA)

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