Ölpreis unter Druck

8. November 2005, 10:06
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Warme Witterung lässt Preis für US-Öl auf 60,02 Dollar je Barrel sinken - Bei unveränderter Politik wird weltweite Energienachfrage bis 2030 um mehr als die Hälfte steigen

New York/London - Milde Temperaturen in den USA und Europa haben am Montag den Ölpreis unter Druck gesetzt. Leichtes US-Öl der Sorte WTI verbilligte sich im Mittagshandel um 56 Cent auf 60,02 US-Dollar (50,76 Euro) pro Fass (159 Liter). In London geriet der Preis für Öl der Nordseesorte Brent ebenfalls unter Druck. Ein Barrel notierte bei 58,57 Dollar und kostete damit 68 Cent weniger als am Freitag.

Unterdessen führt der weltweit rasant wachsende Energiehunger die alten und neuen Industriestaaten nach Ansicht der Internationalen Energieagentur (IEA) in immer größere Abhängigkeit von den islamischen Ländern Nordafrikas und Vorderasiens.

Die milde Witterung im Nordosten der USA, der Region mit dem weltweit höchsten Verbrauch an Heizöl, habe die Sorgen vor Engpässen bei der Nachfrage gedämpft, begründete ein britischer Analyst den Preisrückgang.

Die Temperaturen sollen laut Wettervorhersage noch bis in die kommende Woche hinein mild bleiben. Das Interesse der Anleger an den Ölmärkten konzentriere sich zudem auf die neuesten Daten zu den Lagerbeständen in den USA, die am Mittwoch veröffentlicht werden. Zuletzt waren die Lagerbestände überraschend kräftig gestiegen.

OPEC-Öl ebenfalls billiger

Ebenfalls gesunken ist in der vergangenen Woche der Preis für Rohöl der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC). Nach Berechnungen des OPEC-Sekretariats kostete ein Barrel (159 Liter) im Durchschnitt 53,19 US-Dollar. Das waren 13 Cent weniger als in der letzten Oktoberwoche.

Bei unveränderter Politik wird die weltweite Energienachfrage bis 2030 der IEA zufolge um mehr als die Hälfte auf 16,3 Mrd. Tonnen Öläquivalent-Einheiten steigen. Angefeuert werde das Wachstum vom zunehmenden Verkehr in den Boomregionen Asiens.

Um den Bedarf zu decken, müssten 17 Bill. Dollar investiert werden. Weil die großen Reserven in Nordafrika und im Vorderen Orient (MENA-Staaten) liegen, nehme die Abhängigkeit Europas und Nordamerikas, Chinas und Indiens von dieser Region zu.

Genug ÖL

Die Ölpreise sollen trotz wachsender Nachfrage sinken, sofern ausreichend investiert wird. Öl sei vorerst genug da. Das Barrel werde 2010 rund 35 Dollar kosten und sich anschließend bis 2030 nur auf 39 Dollar verteuern. Die IEA hält aber für möglich, dass insbesondere in den MENA-Staaten die Investitionen nicht mit dem Bedarf Schritt halten. Die Folge wäre eine Verteuerung des Öls bis 2030 auf 52 Dollar. (APA/dpa)

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