Neue Krawalle randalierender Jugendlicher in Frankreich

7. November 2005, 07:13
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Zwei Polizisten im Raum Paris schwer verletzt - Zusammenstöße mit der Polizei in Toulouse - Autos brannten auch in Nantes, Rennes und Orleans

Paris - In Frankreich haben sich die Krawalle randalierender Jugendlicher am Sonntagabend fortgesetzt. Dabei kam es auch zu schweren Zusammenstößen mit der Polizei. In Grigny im Großraum Paris wurden etwa 30 Polizisten verletzt, als Jugendliche mit Schrotkugeln auf sie schossen, wie die Behörden mitteilten. Zwei der Beamten erlitten demnach schwere Verletzungen. In Savigny-sur-Orge, ebenfalls im Großraum Paris, sei eine Schule in Brand gesteckt worden.

Zusammenstöße in Toulouse

In einer Vorstadt der südfranzösischen Großstadt Toulouse kam es zu Zusammenstößen zwischen Jugendlichen und der Polizei. Die Jugendlichen warfen nach Polizeiangaben mit verschiedenen Objekten, woraufhin die Beamten ihrerseits Tränengas einsetzten.

Präsident Jacques Chirac hatte zuvor den Nationalen Sicherheitsrat zu einem Krisentreffen einberufen. "Absolute Priorität hat die Wiederherstellung von Sicherheit und öffentlicher Ordnung", sagte Chirac nach dem Treffen. "Das Gesetz muss das letzte Wort haben." Frankreich sei entschlossen, Stärke zu zeigen.

Auto vor Polizeigebäude geschoben

Im südfranzösischen Saint-Etienne besetzten Jugendliche einen Bus und zwangen die Passagiere auszusteigen. Danach setzten sie das Fahrzeug in Brand. Nach Angaben der Behörden wurden der Busfahrer und ein Insasse verletzt.

In Rouen im Norden des Landes schoben Randalierer ein brennendes Auto vor ein Polizeigebäude. Dabei wurde nach Angaben der Polizei niemand verletzt. Laut Medienberichten brannten auch Autos in Nantes, Rennes und Orleans.

Ursprünglich hatten die Unruhen in Vororten der Hauptstadt Paris begonnen und sich allmählich ausgeweitet. Von einem Flächenbrand wollte die Polizei dennoch nichts wissen: "Es betrifft 211 von 36.000 Gemeinden, also brennt es in Frankreich nicht", sagte ein Sprecher. (APA/Reuters)

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