Frankreich könnte bei WTO-Gesprächen Veto nutzen

8. Dezember 2005, 18:44
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Sollte keine Einigkeit in der Frage der Agrarzölle erzielt werden - Paris misst Landwirtschaft "strategische" Bedeutung bei

Paris - Frankreich könnte nach den Worten seiner Handelsministerin Christine Lagarde ein Veto gegen ein weltweites Handelsabkommen einlegen, sollte keine Einigkeit in der Frage der Agrarzölle erzielt werden. "Die Bedrohung durch ein Veto ist real, wenn wir über das hinausschießen, was akzeptabel ist", sagte Lagarde in einem am Samstag veröffentlichten Interview mit der Zeitung "Liberation".

"Aber ich hoffe, dass wir diese Waffe nicht einsetzen müssen." Lagarde bezeichnete den Agrarsektor als eine strategische Branche für ihr Land. "Frankreich betrachtet die Landwirtschaft strategisch. Das ist kein Wirtschaftssektor wie jeder andere."

Warnung von Chirac

Präsident Jacques Chirac hatte vergangenen Monat gewarnt, er sei bereit, ein Abkommen der Welthandelsorganisation (WTO) zu torpedieren, sollte dadurch die gemeinsame Agrarpolitik der Europäischen Union (EU) in Frage gestellt werden. Frankreich hat in diesem Rahmen die größten Vorteile.

Am Montag wollen die Handelsminister von EU, USA, Brasilien, Indien und Japan in der indischen Botschaft in London weiter über eine mögliche Einigung beraten. Für Dienstag ist ein weiter gefasstes Treffen bei WTO-Chef Pascal Lamy in Genf geplant. (APA/Reuters)

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