"3" lädt zur Netzwerkparty ein und sucht noch einige Partner

16. November 2005, 14:55
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Flächendeckendes UMTS-Netz fix - Kosten bei einer Milliarde Euro

Wien - "Nachdem das Thema Handymastensteuer in Niederösterreich gelöst ist", will die Hutchison-Tochter "3" einen neuen Weg für den weiteren Ausbau des UMTS-Netzes in Österreichs ländlichen Regionen einschlagen. Der künftige Ausbau wird in eine eigene Tochtergesellschaft ausgelagert, der Ausbau soll durch Siemens erfolgen, mit dem Hutchison einen Vorvertrag über ein Investitions- und Betriebsvolumen von einer Milliarde Euro in den nächsten 15 Jahren geschlossen hat, erklärte "3"-Chef Berthold Thoma im Gespräch mit dem STANDARD.

Miteigentümer

Jetzt wirbt Thoma darum, dass sich andere heimische Mobilfunker als gleichberechtigte Partner und Eigentümer an dieser Tochtergesellschaft beteiligen. Dadurch könnten sowohl Kosten gespart werden, als auch den politischen Vorgaben hinkünftig stärker gemeinsam benutzten Sendeanlagen entsprochen werden, sagt Thoma.

Mit der Auslagerung in die in Gründung befindliche Gesellschaft "3G Netcore Austria" und der Vergabe des Errichtungsauftrags gehe "3" "in Vorleistung", erklärt Thoma. Denn ein gleichartiger Vorschlag zur Errichtung eines gemeinsamen Netzes, den "3" wie vom STANDARD berichtet bereits im Juni gemacht hatte, sei damals aus strategischen Gründen von den Konkurrenten abgelehnt worden: Diese hätten darin den Versuch des kleinsten Anbieters gesehen, seine Lücken billig zu schließen. "Eine gute Idee, aber leider kommt sie viel zu spät," sagte damals ein Konkurrent zum STANDARD.

Untermieter bei A1

"3" hat anders als A1, T-Mobile, Telering und One kein österreichweites GSM-Netz, sondern ist außerhalb seines städtischen UMTS-Netzes Untermieter bei A1. Dieser Einwand wäre damit aus dem Weg geräumt, glaubt Thoma, denn "3" habe sich jetzt auf den Aufbau eines flächendeckendes Netzes durch den Auftrag festgelegt. Gibt es keine Partner, bleibt die Netz-Tochter im alleinigen Besitz von "3".

"Klar wie Kloßbrühe"

"Die kommerzielle Seite ist klar wie Kloßbrühe", sagt Thoma: Von der Gesamtsumme von einer Mrd. Euro seien 25 bis 30 Prozent Investitionen, "das teure ist der Unterhalt des Netzes. Diese Betriebskosten durch zwei oder drei geteilt werden entsprechend billiger."

Da derzeit bereits alle Betreiber die Lizenzauflage erreicht haben, mindestens 50 Prozent der Versorgung durch ein eigenes Netz sicherzustellen, könne das restliche Netz für den großen, bevölkerungsschwachen ländlichen Raum billiger gemeinsam betrieben werden. (Helmut Spudich, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 7.11.2005)

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