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Abgebranntes Fast-Food-Restaurant in Corbeil-Essonnes bei Paris

Ein Jugendlicher gestikuliert im Pariser Vorort Les Mureaux vor einer Mauer mit der Aufschrift: "Sarkozy tritt zurück, scheiß auf die Polizei."

Etwas mehr als die Hälfte der Autos wurde im Großraum Paris angezündet, wobei erstmals in der Stadt Paris selbst auch 28 Wagen ausbrannten. Im dritten Bezirk nahe dem Platz der Republik warfen Randalierer einen Brandsatz auf vier Fahrzeuge. Im 17. Bezirk wurde laut Feuerwehr ein halbes Dutzend Autos durch Brandstiftung beschädigt.
Fast die Hälfte der Brandstiftungen fand nun aber in der französischen Provinz statt. Molotowcocktails und Steine wurden in Städten wie Lyon, Toulon, Lille, Roubaix, Toulouse oder Marseille geworfen - aber auch in bisher ruhigen Orten wie Evreux, einem typisch französischen Provinzstädtchen, das von einem Ring hässlicher Betonsilos umgeben ist.
Ausweichbewegung
In ganz Frankreich nahmen auch die Brandanschläge auf - meist offizielle - Gebäude zu. Darunter sind Schulen, Rathäuser oder Polizeikommissariate. Die Angriff auf die "republikanischen Symbole" sowie auf Supermärkte kommen wohl nicht von ungefähr: Immer wieder erklären verhaftete Nordafrikaner, sie wollten sich am französischen Staat für ihre ethnische und soziale Benachteiligung "rächen".
Polizeiexperten vermuten des Weiteren, dass immer mehr jugendliche Randalierer aus den "heißen" Vorstädten im Nordosten von Paris in die benachbarte Normandie ausweichen, wo sie mit weniger massiven Polizeiaufgeboten rechnen müssen.
In Evreux in der Normandie wurde ein Einkaufszentrum bei Zusammenstößen zwischen Jugendlichen und der Polizei demoliert. Auch im Westen Frankreichs gab es Krawalle, so etwa in Nantes, Rennes, Rouen und Montargis. Im südfranzösischen Toulouse wurden etwa fünfzig Brände gelegt.
Die Sicherheitskräfte versuchen, die "Bewegungen" kleiner motorisierter Banden zum Teil mit Hubschraubern, die mit Videokameras ausgestattet sind, zu kontrollieren. In der Nacht von Samstag auf Sonntag wurden mehr als 300 Jugendliche von der Polizei festgenommen - das sind insgesamt zehnmal mehr als in den ersten Krawallnächten vor zehn Tagen. In der Nacht auf Freitag war es zu 250 Verhaftungen gekommen.
Bei den Ausschreitungen gab es bisher nur wenige Verletzte, fast alle aufseiten der Polizei und Feuerwehr. In Stains außerhalb von Paris war am Freitag zudem ein 60-jähriger Mann so brutal zusammengeschlagen worden, dass er noch am Sonntag im Koma lag. Der Auslöser der Vororte-Krawalle war der Unfalltod zweier polizeilich gesuchter Minderjähriger in einem Transformatorenhäuschen der Stromwerke gewesen. Bisher ist der genaue Unfallhergang immer noch nicht geklärt.
Chirac kündigt harten Kurs an
Die Regierung in Paris versucht der Lage verzweifelt Herr zu werden. Staatspräsident Jacques Chirac kündigte am Sonntag einen harten Kurs gegen die randalierenden Jugendlichen an. "Jene, die Gewalt oder Angst sähen wollen, werden gefasst, verurteilt und bestraft", so Chirac, der zuvor kritisiert worden war, weil er sich trotz anhaltender Unruhen nur einmal zu dem Thema geäußert hatte.
Der französische Präsident sagte weiter, er verstehe, dass die Lage auch "den Respekt jedes Einzelnen, Gerechtigkeit und Chancengleichheit" gebiete. Seine Regierung sei entschlossen, auch auf diesem Weg weiterzugehen. Voraussetzung sein allerdings zuvor die Wiederherstellung der öffentlichen Ordnung.
Villepin: "Wir können keine rechtsfreien Zonen akzeptieren"
Premierminister Dominique de Villepin kündigte nach der Sitzung eine Aufstockung der Sicherheitskräfte an. Die Sicherheitskräfte würden "überall dort, wo notwendig", verstärkt. "Wir können keine rechtsfreien Zonen akzeptieren", sagte Villepin. Außerdem sollten festgenommene Jugendliche künftig schneller vor Gericht gestellt werden. Sie sollen in einem beschleunigten Verfahren "sofort" vor den Richter gebracht werden. Mit den Worten "Gewalt ist keine Lösung" appellierte der Regierungschef an die Verantwortung aller, zu einer Beruhigung in den Vorstädten beizutragen. Am Montagabend will er soziale Maßnahmen vor allem für mehr Chancengleichheit in den Unruhegebieten vorstellen.
Politischer Druck hält sich in Grenzen
Der politische Druck auf die Regierung hält sich allerdings deswegen in Grenzen, weil auch die politischen Gegner keine besseren Rezepte haben. Von der Rechtsaußen-Flanke werden zwar scharfe Maßnahmen verlangt: Marine Le Pen, die Tochter des Front-National-Präsidenten Jean-Marie Le Pen, verlangt die Einrichtung von Notstandszonen in den betroffenen Vorstädten.
Der rechtskonservative Führer der "Bewegung für Frankreich", Philippe de Villiers, regt an, "allen Vororte-Familien, die ihre Kinder abends ausgehen lassen, die Familienzulagen zu streichen". Doch diese Forderungen sind pure Demagogie.
Keine Chance
Auch die Forderung der extremen Linken, Innenminister Nicolas Sarkozy müsse zurücktreten, weil er mit seinen Aussagen über das "Lumpenpack" und das "Gesindel" sowie der öffentlichen Aufforderung, die Vorstädte mit dem Kärcher-Hochstrahlreinigungsapparat auszuputzen, die Hauptschuld am Aufflammen der Gewalt habe, hat derzeit keine Chancen. Neben den Kommunisten und Grünen wird sie nur von vereinzelten Vertretern des Parti Socialiste mitgetragen.
Der Chef der sozialistischen Partei, François Hollande, sah am Sonntag jedenfalls ausdrücklich davon ab, in die Demissionsrufe einzustimmen. Die allgemeine Stimmung in Frankreich ist auch offenbar nicht dazu angetan, den Rücktritt Sarkozys herbeizuführen.
In Meinungsumfragen drücken 57 Prozent ihrem Innenminister ihre Unterstützung aus. Gleichzeitig meinen aber fast so viele Franzosen, die Regierungspolitik habe polizeilich wie ausländerpolitisch völlig versagt.
Boden gutgemacht
Die Regierungspartei UMP stellt sich auch weit gehend hinter Sarkozy und lässt sogar Petitionen zu seinen Gunsten zirkulieren. Nach einem schwierigen Beginn der Krise hat der ehrgeizige Innenminister politisch wieder Boden gutmacht - vor allem deshalb, weil seine täglich bekräftigte "Entschlossenheit" gegen die Randalierer kurzfristig sicher das einzige Mittel ist, um die Gewaltwelle zu einem Ende zu bringen.
Hardliner in der Regierungspartei UMP wie etwa der Abgeordnete Georges Fenech aus Lyon fordern unterdessen die Einrichtung einer Ausgangssperre für unter 16-jährige oder gar "Disziplinar-Bataillone", um ein für alle Mal mit der "Stadtguerilla" aufzuräumen. (red/APA/DER STANDARD, Printausgabe, 7.11.2005)
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Schon erschreckend, wie viele hier ihre Sympathie für gewalttätige, auf der Basis einer menschenverachtenden patriarchalen Kultur operierender Banden ausdrücken. Wenn ich nachts nicht schlafen kann, denke ich eher an die zahlreichen Menschen in Frankreich, die wohl auch kaum Ruhe finden werden aus Angst vor den marodierenden Banden.
man kann diese proteste nicht prizipiell gutheissen, aber...
menschenverachtend? -die leute zünden autos an. dass jetzt wirklich eine person ums leben gekommen ist, ist tragisch, jedoch nach 10 nächten der proteste nicht überraschend.höchstens überraschend niedrig.
ptriarchalisch? -wie begründen sie das?
wenn man jemanden über jahrzenten nicht zuhört, seine probleme nicht ernstnimmt und nur vertröstet, dann kommt der tag an dem man mit "lauteren" mitteln auf sich&seine probleme aufmerksam macht. die 2 jugendlichen mögen der auslöser gewesen sein. der grund sind sie sicher nicht!
der islam mag schon eine durch & durch geprägte religion sein, so wie auch das christentum...
aber nur deswegen weil einige der aufständischen "islam" als glaubensbekennis haben, heisst das noch lange nicht, dass das islamisten sind die da aufbegehren!
...gibt schliesslich viele die ofiziell ein glaubensbek. haben und sich darum nicht mehr kümmern als um die farbe der türklingel :)
vorstellen dass einer der seinen oeden verhassten 40 stunden job seine wohnung sein kind und seinen hund schon hatt und alles andere "wichtige" auch, da nicht auf die strasse rennt und sich moeglicherweise seiner eigenen existenz berauben will, diese schicht duldet und leidet still (oesterreich), auf die strasse traut sich nur wer nicht viel zu verlieren hatt, leute die wegen allen moeglichen kriterien benachteiligt werden und leute die nicht mit der oeffentlichen meinung konform gehen,kurz gesagt jeder der nicht dieses schild um den hals hatt mit "ich bin eh wie alle andern".natuerlich macht das dem braven buerger angst, das koennt ja am ende noch bedeuten er muesst auch auf die strasse um fuer sein recht zu kaempfen..
"sie wollten sich am französischen Staat für ihre ethnische und soziale Benachteiligung 'rächen'"
Sie sollten sich an Ihren Eltern rächen, die sich auf der Flucht vor einem schlechten Leben in Nordafrika nach Frankreich ausgewandert sind. Dann mehr Kinder gezeugt haben, als sie sich leisten konnten, die dann schlecht ausgebildet wurden und somit schlechtere Chancen haben. Weiters nicht ausreichend zur Integration erzogen wurden, Vornamen tragen, an denen sie als Beurs sofort erkennbar sind, usw. Oder doch nicht?
Sie sollten sich nicht an Frankreich, sondern besser am Neoliberalismus rächen, der Arbeitslosigkeit und Kürzungen im Sozial- und Bildungssystem bringt, als Schulen und Sportanlagen abzufackeln.
doch.
Der Vorname verrät viel über die Familienverhältnisse, vor allem in Kombination mit dem Familiennamen.
Und falls ich mir als Personalchef keinen Ärger mit Moslems antun will, aber nicht nach der Religion fragen darf, reicht mir der Vorname. Das war's dann.
Beipiele:
Denise Kreuzpointner ist was anderes als Denise Truffaut, Kevin Gruberbauer was anderes als Kevin Kline, Muammar Omar was anderes als Andreas Omar, usw.
Manche Namen sind einfach 99% unverwechselbar: z.B. Franz-Ferdinand Hohenstein, Ergün Öztürk. Man weiß ziemlich genau vor dem Vorstellungsgespräch, was einen erwarten wird.
auf deutschland überschnappt... warum sind die ostdeutschn net ausgezuckt bei der meldung von stoiber, der zwar nicht gesagt hat, dass man ostdeutschland säubern sollte, aber sie doch als dummköpfe bezeichnet hat. naja... in 20 jahren, wird sich ganz afrika zusammenschliessen und raufstossen, da wird sich die eu was einfallen lassen müssen... amerika und china werden das öl checken, während wir idioten geld nach afrika schicken um dort was aufzubauen, dass keiner mehr raufkommt. während wir reinbuttern, holen sich die usa das öl und wir bezahlen die volle länge. europa ist in der welt, wie das österreich in europa... nämlich der, der ver...scht wird
prost
Vielleicht, weil sie kapieren, dass das alles nur schlimmer macht? Dass sie vielleicht, trotz aller Widrigkeiten, lieeber selbst etwas dafuer anstatt zerstoererisch dagegen tun sollten?
Was soll es auch nur im Entferntesten bringen, zivile Autos, Schulen, Kindergaerten usw. zu zerstoeren?
Weil der zweite Weltkrieg die europaeischen Maechte ordentlich schwaechte ,muessten sie Afrika und ihre zivilisierende Mission fruehzeitig verlassen.
Wenn man heutzutage das Elend in diesem Kontinent betrachtet,sollten wir dieser grossen Mission ,die nicht vervollstaendigt werden konnte nachtrauern.
ist bei Ihnen ein rad ab, oder was? wenn es diese "zivilisierenden missionen" (man nannte das "kolonialisierung") mit sklavenhandel, raub von bodenschätzen, völlig schwachsinnigen grenzziehungen, einer noch schwachsinnigeren christianisierung, etc. nie gegeben hätte, dann würde paris jetzt nicht brennen... und wenn sich die großkonzerne aus afrika zurückzögen und ihren waffenhandel und ihre entwicklungshilfe (auch "korruption" genannt) mitnähmen, dann würde sich auch die migrationsfrage bald nicht mehr stellen.
mal ehrlich... zynismus oder blindheit?
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