Lebensgefährliche Zwischenfälle bei Unruhen

6. November 2005, 17:11
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Zwei Senioren mussten mit Feuerwehrleitern aus ihrem Haus gerettet werden - Dupon-Aignan: Chirac bislang "befremdlich stumm"

Paris - Bei den anhaltenden Unruhen in Frankreich ist es auch in der Nacht zu Sonntag zu lebensgefählichen Zwischenfällen gekommen. In Nogent-sur-Oise nördlich von Paris konnten zwei Senioren nur noch mit einer Feuerwehrleiter aus ihrem Haus gerettet werden, nachdem die Flammen von ihrem in Brand gesetzten Wagen auf das Gebäude übergegriffen hatten.

In dem besonders verwüsteten Evreux hätten einige Jugendliche nicht nur versucht, Feuer zu legen und Chaos zu verbreiten, sondern auch bewusst eine Prügelei mit den Ordnungskräften anzetteln wollen, sagte Bürgermeister Jean-Louis Debre, der auch Präsident der französischen Nationalversammlung ist. Er sprach von einer "Stadtguerilla". "Meine Kinder können nachts nicht schlafen. Sie hören Explosionen, sehen Feuer und denken, es sei Krieg", sagte eine Anrainerin. "Sobald nur das geringste passiert, werden sie ängstlich und sagen 'Mama, was geht da vor?'"

Der Abgeordnete Nicolas Dupont-Aignan von der Regierungspartei UMP forderte, Präsident Jacques Chirac müsse sich "rasch" zu den Krawallen äußern, er sei bislang "befremdlich stumm" geblieben. Aus dem Umfeld des Präsidenten hieß es jedoch lediglich, Chirac werde "zu gegebener Zeit" Stellung beziehen. (APA)

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