Van der Bellen: Ende der Koalitions-Gedankenspiele

9. November 2005, 14:15
121 Postings

Bundessprecher mit 82 Prozent zum Spitzenkandidat im Wahlkreis Wien Nordwest gekürt - Wahlziel: Erste Grünes Grundmandat

Wien - Der Grüne Bundessprecher Alexander Van der Bellen zog auf der Landesversammlung der Wiener Grünen Konsequenzen aus der klaren Ablehnung von Schwarz-Grün bei der Wien-Wahl: "Ich werde über mögliche Koalitionen nach der Wahl nicht mehr spekulieren." Er habe das Signal aus Wien durchaus vernommen, stellte er vor Journalisten klar. Van der Bellen wurde im Anschluss auf den Spitzenplatz des Wahlkreises Nordwest gewählt.

Mit wem man gegebenenfalls nach der Wahl zusammengehe, entscheide der Wähler, betonte der Bundessprecher. Auf eine Ablehnung einer schwarz-grünen Koalition wollte sich Van der Bellen nicht festlegen. Eine Partei definiere sich positiv, "und nicht negativ darüber, mit wem wir im Fall des Falles nicht zusammenarbeiten wollen".

Auch keine "Geiselhaft der SPÖ"

Ansonsten begebe man sich außerdem in "Geiselhaft der SPÖ", warnte Van der Bellen. "Jedes Mal, wenn die irgendeinen Bocksprung aufführen, müsste ich hinausgehen und sagen: 'Ja, aber sie sind halt doch besser als die ÖVP' - ich denke nicht im Traum daran", so der Bundessprecher, dessen Aussage mit langem Applaus bedacht wurde.

Bei der Wahl der Nationalrats-Kandidaten für den Regionalwahlkreis Nordwest erhielt Van der Bellen am frühen Abend dann 82 Prozent der Stimmen. In seinem Wahlkreis, der die Bezirke Ottakring, Hernals, Währing und Döbling umfasst, soll der Grüne das erste Grundmandat für seine Partei erringen. "Das hat was", betonte er.

Kampfmandat spannende Herausforderung

Dieses Kampfmandat sei eine spannende Herausforderung, müsse er doch schließlich bundesweit Wahlkampf betreiben und die Bezirke "beackern", meinte der Bundessprecher. Trotz seiner Nominierung will sich Van der Bellen in der kommenden Woche auch an die Spitze der Bundesliste wählen lassen. Damit wäre sein Einzug ins Parlament in jedem Fall gesichert.

Auch die Wiener Klubchefin, Maria Vassilakou, hatte in ihrer Einführungsrede bereits den Blick auf die im kommenden Jahr anstehende Nationalratswahl gelenkt: "Der Wahlkampf ist endlich vorbei, willkommen im Wahlkampf."

"Wer Schüssel wählt kriegt Strache dazu"

Zu dessen Auftakt fuhr Vassilakou harte Angriffe gegen die ÖVP. Diese kupfere rechte Parolen bei der FPÖ von Heinz-Christian Strache ab und lasse es an der notwendigen Distanz vermissen. "Wer Schüssel wählt bei diesen Nationalratswahlen, kriegt Strache dazu", betonte Vassilakou. Deshalb sei es Zeit für einen Wechsel. (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Alexander Van der Bellen: "Ich werde über mögliche Koalitionen nach der Wahl nicht mehr spekulieren."

Share if you care.