Erneut schweres Erdbeben in Pakistan

16. November 2005, 11:38
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Sieben Verletzte - Stärke 6,0 auf der Richterskala - Epizentrum 120 Kilometer nördlich von Islamabad

Islamabad - Knapp einen Monat nach der Erdbebenkatastrophe mit mehr als 73.000 Toten sind in Pakistan bei einem erneuten Erdbeben sieben Menschen verletzt worden. Das Beben, das sich am Sonntag um 07.12 Uhr Ortszeit (03.12 Uhr MEZ) ereignete, erreichte nach Angaben der Behörden eine Stärke von 6,0 auf der Richter-Skala. Sein Epizentrum lag 120 Kilometer nördlich der Hauptstadt Islamabad.

Zu spüren war das neue Beben sowohl in der Hauptstadt als auch in Peschawar, Malakand, Swat, Mansehra, Balakot und Muzafarrabad. Schäden wurden zunächst nicht bekannt. Zahlreiche Einwohner verließen in Panik ihre Wohnungen und Notunterkünfte, die sie seit dem Beben der Stärke 7,6 vom 8. Oktober bewohnen. Soldaten retteten sieben Menschen in dem Dorf Lundi im Nordwesten des Landes aus ihrem Haus, das eingestürzt war.

Die Verletzten, darunter zwei Kinder, wurden in ein Feldhospital gebracht. Seit dem verheerenden Beben vom 8. Oktober gab es nach Angaben von Seismologen 1201 Nachbeben. Die Rhythmus habe sich zwar reduziert, dennoch müsse mit weiteren Beben bis Mitte des Monats gerechnet werden, hieß es.

Verzögerungen bei Öffnung der Grenzübergänge

Unterdessen deuteten sich Verzögerungen der geplanten Öffnung von Grenzübergängen in der Kaschmir-Region zwischen Indien und Pakistan an. Listen mit potenziellen Passanten seien noch nicht ausgetauscht worden, sagte eine Sprecherin des pakistanischen Außenministeriums der Nachrichtenagentur AFP.

Während sich Indien an zunächst einem Kontrollpunkt auf die Ankunft von pakistanischen Erdbebenüberlebenden vorbereitete, deutete Pakistan Verzögerungen an. Aufgrund von Feiertagen seien noch keine Listen mit möglichen Passanten ausgetauscht worden. Nach Angaben eines indischen Regierungsbeamten wird zunächst ein Übergang geöffnet, am Mittwoch und Freitag sollten zwei weitere folgen.

Vor einer Woche hatten sich Indien und Pakistan darauf geeinigt, dass zum ersten Mal seit fast 60 Jahren Zivilisten die hochmilitarisierte Kontrollzone passieren dürfen. Nach der Übereinkunft müssen beide Seiten die Namen mit möglichen Reisenden auf eine Liste setzen. (APA)

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    Noch immer werden Opfer des schweren Bebens vom 8. Oktober begraben. Am frühen Sonntag Morgen wurde die Region erneut von einem Beben erschüttert.

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