Bekannt und doch unbekannt

    11. November 2005, 15:11
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    Lindaumauer: Auffallende Erscheinung und aussichtsreicher Felsen in den Voralpen

    Die Lindaumauer in den oberösterreichischen Voralpen ist eine auffallende Erscheinung. Da vor einigen Jahren der Wald unterhalb der Gipfelfelsen geschlägert wurde, ist die Mauer in ihrer ganzen Größe zu sehen, und der Berg wirkt wie eine trutzige Burg. In der alpinen Literatur findet die Lindaumauer - in älteren Karten und Beschreibungen auch Scheinoldstein genannt - relativ wenig Beachtung, doch wird sie häufig bestiegen, aber fast nur von Wanderern aus der näheren Umgebung.

    Sehr schöner Aussichtsberg

    An klaren Tagen erblickt man vom oberen Rand der Felsen einen Teil des Gesäuses und des Toten Gebirges, Ötscher, Traunstein und über das Alpenvorland hinweg ein Stück Mühlviertel. Prächtig ist die Sicht auf den kleinen Wallfahrtsort Maria Neustift. Manche wollen sogar den Neusiedler See gesehen haben, sie dürften aber wohl über hellseherische Fähigkeiten verfügt haben. Das Gipfelkreuz steht unweit des höchsten Punktes, man findet auch ein Gipfelbuch und ein Bankerl für die Rast vor.

    Als es noch kein gut ausgebautes Netz von Güterwegen gab, mag eine Wanderung auf diesen Berg - vor allem vom Süden aus - eine etwas mühsame Angelegenheit gewesen sein. Nun kann man mit dem Auto bis zu der über 700 m hoch gelegenen Platten fahren, und dann reduziert sich die Tour auf einen alpinen Kurztrip, allerdings einen sehr abwechslungsreichen.

    Die Südroute hat auch den Vorteil, dass dort um diese Jahreszeit bereits die Schneerosen blühen und einen Vorgeschmack auf den nächsten Frühling geben. Bei halbwegs guten Bedingungen bietet der Weg keine Schwierigkeiten und ist auch bei geringer Schneelage - nicht allerdings bei Vereisung - begehbar.

    Die Route

    Von der Straße Großraming-Waidhofen/Ybbs fährt man bald nach dem Neustiftgraben auf dem Güterweg Lurnwiese über den Kronkogler bis zur Kapelle auf der Platten. Direkt am höchsten Punkt des Güterweges findet man Markierung und Wegweiser. Gemütlich geht es bis zum ehemaligen Klammbauer, dann steigt der Weg teilweise etwas steil in den Hals-Sattel an, von dem man am Hang des Halsbergs in einen anderen Sattel quert. Es folgt der Anstieg bis unter die Gipfelmauer, der man nach rechts ausweicht, um in einem Bogen den höchsten Punkt zu erreichen. Gehzeit ab Kapelle auf der Platten 1¼ Stunden. Der Rückweg erfolgt auf der Anstiegsroute, man braucht für den Abstieg etwa eine Stunde. (Bernd Orfer/Der Standard, Printausgabe 05./06.11.2005)

    Gesamtgehzeit 2¼ Stunden
    Höhenunterschied rund 400 m
    Kein Stützpunkt auf der ganzen Strecke
    Bundesamtskarte 1:25.000 oder 1:50.000
    Blatt 70 (Waidhofen an der Ybbs)
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      grafik: der standard
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