Nachdenkliche Töne am "Guy Fawkes Day"

8. November 2005, 17:34
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Verhinderung eines Terroranschlags vor 400 Jahren - Erinnerung die 52 Todesopfer der Bomben vom 7. Juli

London - Überall in Großbritannien ist am Samstag der Vereitelung eines spektakulären Terroranschlags auf das Parlament in London vor genau 400 Jahren gedacht worden. Damals versuchte eine Gruppe katholischer Verschwörer, mit 36 Fässern Schießpulver König James I. und die protestantische Machtelite des Landes umzubringen. Das zur Zündung bereite Schießpulver wurde kurz vor der Parlamentseröffnung in den Kellergewölben entdeckt.

Ersten britischen Terroristen

Die Verschwörer, zu denen der Sprengstoffexperte Guy Fawkes gehörte, gelten heute vielen als die ersten Terroristen in der Geschichte des Landes. Sie wollten mit Hilfe des geplanten Sprengstoffanschlags die Unterdrückung ihrer Glaubensbrüder beenden und den Katholizismus wieder zur Staatsreligion machen. Die Aufdeckung der so genannten Pulververschwörung am 5. November 1605 wird im Vereinigten Königreich traditionell mit Freudenfeuern und Kostümumzügen begangen.

Bereits in den vergangenen Nächten hatten hunderttausende Briten mit privaten Feuerwerken für Silvesternacht-Stimmung gesorgt. Allerdings mischten sich in die Feiern auch nachdenkliche Töne. Die Medien erinnerten daran, dass im Gegensatz zur Pulververschwörung vor 400 Jahren die Terroranschläge in London vor rund vier Monaten nicht verhindert werden konnten. Dabei waren am 7. Juli 52 Menschen von vier moslemischen Selbstmordattentätern getötet worden, die selbst britische Staatsbürger waren.

Traditionell kamen am "Guy Fawkes Day" wieder zehntausende Menschen zu den umfangreichsten Gedenkfeiern, Fackelzügen und Feuerwerken des Landes in der Stadt Lewes in der Grafschaft East Sussex zusammen. Dort wird alljährlich nicht nur der Vereitelung des "Gun Powder Plot", sondern auch der Verbrennung von 17 Märtyrern während der Verfolgung der Protestanten durch Königin Maria I. (1555- 1557) gedacht. (APA/dpa)

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