Goldener Herbst

1. Dezember 2005, 12:07
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Im Jahr nach dem Lockout startet die NHL erfolgreich wie nie in die Saison: die Regel­änderungen schlagen ein, Zuschauer­rekorde und viele Tore sind zu vermelden

Wien - Die National Hockey League legt in der ersten Saison nach dem durch Lockout verlorenen Jahr einen Höhenflug hin. Im Oktober kamen im Schnitt 16.820 Fans zu den Spielen, das bedeutet gegenüber 2003/04 eine Steigerung von mehr als vier Prozent und eine Verbesserung des bisherigen Rekords aus der Spielzeit 1999/2000. Die Befürchtungen, Eishockey könnte in Nordamerika durch die Selbstblockade der NHL einen irreparablen Imageschaden erlitten haben, dürften somit zerstreut sein.

Entsprechend gut gelaunt zeigte sich Liga-Commissioner Gary Bettman am Freitag. "Hockey-Fans sind am emotionalsten, hängen an ihrem Sport und kennen ihn hervorragend. Die Leute wollten, dass wir die Angelegenheit in Ordnung bringen und sind die ganze Zeit über hinter uns gestanden. Nun sind wir zurück und das stärker den je. Wir haben zwar erst rund ein Fünftel der Saison absolviert, aber soweit gefällt uns was wir sehen."

Die Liga hat nach dem Arbeitskampf des letzten Jahres die Spielergehälter reduziert und ein neues System bei der Verteilung der Einnahmen installiert. Als Volltreffer erweisen sich aber insbesonders Regeländerungen mit dem Ziel die Torquote zu erhöhen. Das Resultat sind durchschnittlich 6,4 Treffer pro Spiel, eine deutliche Aufwärtsentwicklung im Vergleich zu den fünf in der letzten Saison. "Wir nehmen nichts als Selbstverständlichkeit hin", erteilt Brettman jeglicher Selbstzufriedenheit aber sofort eine Absage. "Wir klopfen uns nicht gegenseitig auf die Schulter. Die Entwicklung bestätigt lediglich unser Vertrauen in die Stärke des Eishockey-Sports und die Loyalität unserer großartigen Fans."

23 von 30 Klubs konnten die Zuschauerzahlen halten oder steigern, manche notieren gar dramatische Veränderungen. So kann sich Tampa Bay Lightning über 28 Prozent mehr Fans freuen, 20.615 kommen nun in die Halle. Bettman glaubt, dass die neuen Regeln nur teilweise für diese positive Entwicklung verantwortlich sind: "Es ist eine Kombination aus diesen Veränderungen und dem neuen ökonomischen System, welches zu größerer Ausgeglichenheit in der Liga geführt hat. Über den Sommer hat eine Neuverteilung von Talent stattgefunden, wodurch sich nun jedes Team gegen jedes andere Chancen ausrechnen kann."

Doch trotz der im Allgemeinen so erfreulichen Bilanz, gibt es auch Verlierer auszumachen. Die Washington Capitals etwa müssen einen Besucherrückgang um elf Prozent (auf 12.313) hinnehmen. Klubvertreter interpretieren das aber als vorübergehendes Tief. "Ich glaube, wir werden die Leute zurück gewinnen", sagt Besitzer Ted Leonsis. "Die Liga ist in wirtschaftlicher Hinsicht nun in deutlich besserem Zustand und das gilt auch für uns. Als gestern jemand über unsere 1:8-Niederlage in Philadelphia gewitzelt hat habe ich ihm gesagt: 'Das letzte Jahr haben wir mit einem 50-Millionen-Team 8:2 verloren.' Unsere Payroll ist viel stärker gesunken als die Zuschauerzahlen. Zusammen mit der nun gültigen Einnahmen-Verteilung bedeutet das, dass wir finanziell das beste Jahr aller Zeiten erleben." (rob/Reuters)

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