Südliche EU-Staaten wollen gemeinsam gegen illegale Einwanderung vorgehen

18. November 2005, 09:09
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Bessere Sicherung des Mittelmeers und Kooperation mit Afrika geplant

Toulouse - Die südlichen EU-Staaten wollen gemeinsam an Lösungen arbeiten, um der illegalen Einwanderung vor allem aus afrikanischen Ländern Einhalt zu gebieten. "Humanitäre Dramen" wie Anfang Oktober in den spanischen Exklaven Melilla und Ceuta in Marokko dürften sich nicht wiederholen, sagte Frankreichs Außenminister Philippe Douste-Blazy nach einem Treffen mit seinen Kollegen aus Zypern, Spanien, Griechenland, Italien, Malta und Portugal.

Die Ereignisse vor einigen Wochen, als hunderte Flüchtlinge die Sperrzäune zu den Exklaven überquert hatten, seien nur der Anfang, warnte Douste-Blazy. "Wenn wir nichts unternehmen, werden es bald Tausende sein."

Gründung einer Arbeitsgruppe

Der französische Außenminister schlug bei dem Treffen die Gründung einer Arbeitsgruppe aus europäischen Mittelmeer-Anrainern, afrikanischen Staaten und der EU-Kommission vor, die Vorschläge zu einer besseren Zusammenarbeit zur Bekämpfung der illegalen Einwanderung erarbeiten soll. Neben der besseren Überwachung des Mittelmeeres durch Grenzpatrouillen soll dabei vor allem auch eine engere Entwicklungszusammenarbeit mit den Staaten stehen, aus denen die Flüchtlinge kommen.

Der italienische Außenminister Gianfranco Fini erinnerte alle EU-Mitglieder an ihre Verantwortung: Europa müsse in der Frage der Einwanderung an einem Strang ziehen, forderte er. Ein einzelnes Land könne die illegale Einwanderung nicht alleine bekämpfen. (APA/AFP)

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