Beck kündigt Neuorganisation der SPD an

7. November 2005, 09:24
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Partei möglicherweise "an der Schwelle, eine neue Art der politischen Führung zu organisieren"

Frankfurt/Main - Der SPD-Spitzenpolitiker Kurt Beck hat Veränderungen in der Organisation der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands angekündigt. Die stellvertretenden Parteivorsitzenden sollten aufgewertet und der politische Stil verändert werden, sagte der Vizeparteichef und rheinland-pfälzische Ministerpräsident am Samstag im Deutschlandradio Kultur. Die Partei sei möglicherweise "an der Schwelle, eine neue Art der politischen Führung zu organisieren".

Zu einem angestrebten neuen politischen Stil sagte Beck der Zeitung "B.Z.": "Der neue Vorsitzende Matthias Platzeck und ich werden versuchen, die negativen Erfahrungen aufzuarbeiten - wir wollen versuchen, in die Partei hinein und darüber hinaus den Stil zu ändern." Ziel sei, "stärker aus den Gruppenbindungen herauszutreten". Der zurücktretende Parteivorsitzende Franz Müntefering wird nach Einschätzung Becks für seine zentrale Aufgabe als Vizekanzler und Minister für Arbeit eine klare und eindeutige Zustimmung vom SPD-Parteitag erhalten.

Neue Chance

Vorwürfe aus den Reihen der Partei gegen die Wortführerin des linken Flügels, Andrea Nahles, diese sei eine "Königsmörderin", wies Beck zurück und forderte, dass man ihr eine neue Chance geben müsse. Nahles' Nominierung zur Generalsekretärin hatte zu Münteferings Verzicht auf den SPD-Vorsitz geführt.

Während der nunmehr designierte SPD-Generalsekretär Hubertus Heil die Sozialdemokraten zu mehr Einigkeit aufforderte, rief er selbst nach Zeitungsberichten weiter Unmut hervor. Laut einem Bericht der Zeitung "Die Welt" äußerte Müntefering deutliche Kritik an ihm. (APA/AP)

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    SPD-Spitzenpolitiker Kurt Beck.

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